Hühnermast als Alternative

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Für landwirtschaftliche Betriebe, die ein neues Standbein suchen, könnte die Geflügelmast interessant sein. Steigende Nachfrage, stabile Preise und ein überschaubares Risiko sprechen dafür. Der Haken sind die Investitionen.
Florian Hundsberger betreibt seit 2016 einen Hühnermaststall.
Florian Hundsberger betreibt seit 2016 einen Hühnermaststall.
Besucher ist Florian Hundsberger gewohnt. Fast wöchentlich kommen interessierte Landwirte, die sich ein Bild vom neuen Hühnermast-Stall am Betrieb Hundsberger in Wolfern bei Steyr (OÖ) machen. Für 39.000 Masthühner ist der Stall konzipiert. „Die meisten Besucher sind Milchviehhalter, die nach einem neuen Standbein suchen“, erzählt Hundsberger. Tatsächlich liegt der Selbstversorgungsgrad bei Hühnerfleisch in Österreich bei gerade einmal 79 %. Tendenz fallend. Der Verbrauch steigt jährlich. Knapp 500 konventionelle Hühnermastbetriebe gibt es derzeit in Österreich. Florian Hundsberger ist einer davon.

40.000 Hühner sind Standardobergrenze
Für den 40.000er Stall hat sich Hundsberger entschieden, weil er davon „leben“ wolle. Das sei mit weniger Plätzen nicht mehr so leicht ohne Nebenerwerb möglich. Die 40.000 sind in Österreich zu einer Standardobergrenze bei der Geflügelmast geworden. Darüber gilt die IPPC-Richtlinie und somit gelten andere, strengere Regeln für die Baugenehmigung. Der Stall steht nun einige hundert Meter vom Hof entfernt auf einer kleinen Anhöhe. Im März 2016 wurden die ersten Küken eingestellt. „Das Baugenehmigungs-Verfahren davor war aber mühsam“, erklärt der Landwirt.

Hühnermast dauert 35-42 Tage
Seit März 2016 hat Hundsberger bereits 16 Mal ein- und ausgestallt. „Die Küken schlüpfen in der Nacht in der Brüterei und werden als Ein-Tages-Küken nächsten Tag geliefert.“ Planen muss er das nicht. Das Ein- und Ausstallmanagement übernehmen in der Hühnermast die Schlachtbetriebe. Gefüttert wird in der österreichischen Geflügelmast mit Fertigfutter. Da die Schlachtkörperqualität stark von der Fütterung abhängt, geben die Schlachtbetriebe einheitliche Futterregime vor. Das Futter muss gentechnikfrei sein. Die Preise verhandeln die Schlachtbetriebe mit den Futtermittelfirmen aus. Die Mast selbst dauert im Durchschnitt 35 bis 42 Tage. Das durchschnittliche Schlachtgewicht liegt bei 1,85 kg, die Futterverwertung bei ca. 1:1,5.

In den ersten Tagen werden die Küken mit Futter auf einer Folie am Boden angefüttert.
In den ersten Tagen werden die Küken mit Futter auf einer Folie am Boden angefüttert.
Abgerechnet wird je nach Abnehmer unterschiedlich. Florian Hundsberger braucht die Kosten für die Küken und das Futter nicht vorstrecken. Nach Schlachtung der Masthühner zieht der Schlachtbetrieb diese Kosten der Gutschrift für die Masthühner ab. „Im Durchschnitt habe ich einen Rohdeckungsbeitrag von 47 Cent“, erklärt Hundsberger. Darunter versteht die Geflügelbranche den Erlös für die Schlachttiere abzüglich der Kosten für Futter und Küken. Rechnet man die zusätzlichen Kosten für Gas, Einstreu, Strom und Arbeit ab, so ist in guten Betrieben ein Deckungsbeitrag von 30 Cent realistisch. Einsteiger sollten aber eher darunter kalkulieren. Trotz der hohen Investitionskosten stuft Hundsberger das Risiko gering ein. „Der Preis ist sehr konstant, sodass eigentlich alles sehr gut berechenbar ist.“

Einen umfangreichen Artikel mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung und den Investitionskosten finden Sie in der LANDWIRT Ausgabe 7/2018. Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 7/2018 (solange der Vorrat reicht)

Aktualisiert am: 31.03.2018 10:54