Bevor Sie einen gebrauchten Mähdrescher kaufen, sollten Sie diese Punkte systematisch prüfen, um kostspielige Überraschungen zu vermeiden:
1. Betriebsstunden und Einsatzprofil: Unter 2.500 Stunden gelten als wenig gelaufen, ab 4.000 Stunden steigt der Wartungsaufwand deutlich. Fragen Sie nach dem bisherigen Einsatz – reiner Getreidedrusch beansprucht die Maschine weniger als Rapsernte oder Feuchtgetreide.
2. Dreschwerk und Abscheidesystem: Prüfen Sie Dreschleisten, Dreschkorb und Schüttlermatten bzw. Rotoren auf Verschleiß. Ein ausgeschlagenes Dreschwerk kann schnell 10.000 bis 20.000 Euro Reparaturkosten verursachen.
3. Motor und Antriebsstrang: Lassen Sie den Motor kalt starten und achten Sie auf Rauchentwicklung, ungewöhnliche Geräusche und Öldruck. Prüfen Sie Keilriemen, Hydraulikleitungen und Getriebe auf Leckagen.
4. Schneidwerk und Einzug: Kontrollieren Sie Messerklingen, Haspelzinken und Einzugswalzen. Verbogene oder stumpfe Messer deuten auf harten Einsatz oder mangelnde Wartung hin.
5. Korntank und Fördersystem: Prüfen Sie den Korntank auf Risse und den Überladeschnecken-Antrieb auf Gängigkeit. Ein defekter Korntankentleerung kostet Zeit und Erntegut.
6. Elektronik und Assistenzsysteme: Testen Sie alle Sensoren, das Display und die Bordcomputer-Funktionen. Defekte Elektronik ist bei modernen Mähdreschern oft die teuerste Reparatur.
7. Fahrwerk und Bereifung: Reifenprofil, Achsspiel und Lenkung prüfen – neue Mähdrescherreifen kosten pro Stück 2.000 bis 5.000 Euro.
8. Wartungshistorie und Serviceheft: Fordern Sie lückenlose Wartungsnachweise an. Regelmäßiger Herstellerservice ist ein starkes Qualitätsmerkmal.
9. Probefahrt unter Feldbedingungen: Bestehen Sie auf einer Vorführung im Feld, nicht nur im Leerlauf. Nur so erkennen Sie Schwächen an Dreschwerk, Reinigung und Strohhäcksler.
10. Finanzierung und Garantie: Viele Händler auf landwirt.com bieten Finanzierungsmodelle und Gebrauchtmaschinengarantien an – fragen Sie gezielt danach.