Mit Vollweidehaltung Kosten sparen

Niedrige landwirtschaftliche Einkommen fordern kostensparende Maßnahmen. Vollweidehaltung mit saisonaler Winterabkalbung senkt die Produktionskosten und den Arbeitsaufwand.
Ein rechtzeitiger Weidestart zu Saisonbeginn ist wichtig. Foto: Steinberger
Ein rechtzeitiger Weidestart zu Saisonbeginn ist wichtig. Foto: Steinberger
Immer weniger Rinder grasen auf den Weiden. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die Tierbestände sind größer geworden, die Futteraufnahme auf der Weide ist begrenzt und die steigende Milchleistung erfordert eine zunehmende Ergänzungsfütterung. In Zeiten stagnierender Produkterlöse und steigender Produktionskosten ist es jedoch sinnvoll, die Produktionskosten durch Weidehaltung zu senken.

Niedrige Futterkosten
Die konsequente züchterische Arbeit der vergangenen Jahre hat auf vielen Betrieben zu einem enormen genetischen Leistungspotenzial geführt. So werden in gut geführten Fleckviehbetrieben die 10.000 kg Herdenleistung bereits überschritten. Durch einen geblockten Abkalbezeitraum in den Wintermonaten können hochveranlagte Tiere entsprechend ihrer Leistung im Stall gezielt ausgefüttert werden. Als optimal hat sich ein Zeitraum von November bis Februar erwiesen. In dieser Zeit können die Tiere mit den besten Silagen und entsprechenden Kraftfuttergaben versorgt werden; die Einzeltierleistung hat Vorrang. In dieser Phase wird mit 13–16 Cent Futterkosten je kg Milch (ohne Nachzucht) kalkuliert.
Eine gut organisierte Weideführung besticht durch niedrige Futterkosten. Der Aufwand für Diesel, Kraftfutter und Arbeit lässt sich während der Sommermonate ebenfalls drastisch reduzieren. Die Milchleistung je Kuh verliert an Bedeutung und die Milchleistung je Hektar Weidegras tritt in den Vordergrund.
Das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Grub hat die aus dem In- und Ausland vorhandenen Erfahrungen zu Vollweide mit Winterabkalbung auf bayerische Verhältnisse übertragen und weiterentwickelt. Nach Abschluss der fünfjährigen Projektlaufzeit zeigt sich, dass eine konsequente Milchproduktion aus Weide eine mögliche Reaktionsmöglichkeit zur aktuellen Kosten- und Preisentwicklung darstellt.

Mehr zum Thema Vollweidehaltung lesen Sie im LANDWIRT in der Ausgabe 4/2017.

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Aktualisiert am: 06.02.2017 17:28
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