Wintergetreide und Winterraps – Unkrautbekämpfung im Frühjahr

In Anbetracht der angespannten Preissituation im Ackerbau muss jede Pflanzenschutzmaßnahme genau überlegt und geplant werden. Welche Voraussetzungen in der Unkrautbekämpfung bei Wintergetreide und Winterraps gegeben sein müssen um hier erfolgreich zu sein, wird im folgenden Artikel erläutert.
Windhalm kann für Krankheiten das Kleinklima begünstigen, den Ertrag mindern und die Erntefeuchte erhöhen.
Windhalm kann für Krankheiten das Kleinklima begünstigen, den Ertrag mindern und die Erntefeuchte erhöhen.
Wintergetreide
Viele Landwirte haben dank der schönen Herbstwitterung schon eine Behandlung (v.a. in Wintergerste) gesetzt. Jetzt im Frühjahr soll kontrolliert werden, ob noch Klettenlabkraut, Windhalm, etc. vorhanden sind oder in eher dünnen (vielleicht auch ausgewinterten) Beständen noch Chancen haben, aufzulaufen. Wurzelunkräuter werden im Herbst leider nicht erfasst. Windhalm kann bis ins ES 29 noch zB mit kostengünstigen IPU-haltigen Produkten (Alon flüssig, Tolkan FL, etc) behandelt werden, Klettenlabkraut wird im ES 37-39 (Fahnenblatt) noch von Starane 180 oder Starane XL erfasst (zB kann dies zusammen mit der ersten Fungizidbehandlung erfolgen).

Raps
Hier kann bei Vorhandensein von breitblättrigen Unkräutern im Frühjahr nur mehr sehr eingeschränkt korrigiert werden. Es sind nur zwei Produkte (Lontrel 100 und Lentagran WP) zugelassen, wobei Lentagran WP in den letzten Jahren nicht mehr auf dem Markt war (heuer gibt es Anzeichen, dass es wieder verfügbar sein könnte). Lontrel 100 erfasst mit 1,2 l/ha + 2 l/ha Paraffinöl bei wüchsigen warmen Bedingungen nur Kamille und Distel sicher. Das Kontaktherbizid Lentagran WP (1,5-2 kg/ha) muss bei sonniger Witterung ausgebracht werden. Der Schwerpunkt liegt bei Klettenlabkraut und Ehrenpreis, Schwächen bestehen bei Kamille. Eine Mischung der beiden wird nicht empfohlen.

Sollten noch Ungräser (wie Ausfallgetreide oder Quecke) vorhanden sein, können diese mit speziellen Produkten wie Agil 100 EC, Focus ultra, Fusilade Max, Select 240 EC und Targa super erfasst werden. Für Ausfallgetreide sind die unteren Aufwandmengen einsetzbar, für Quecke muss die oberste Menge verwendet werden. Wüchsige, sonnige Witterung verbessert die Wirkung der Gräserherbizide.

Autor: Hubert KÖPPL, LK OÖ, Linz


Autor:
Aktualisiert am: 23.02.2006 15:21
Landwirt.com Händler Landwirt.com User