Weißen Germer rechtzeitig zurückdrängen

Der Weiße Germer ist als unbeliebtes Unkraut auf den Weiden sehr bekannt. Zum einen weil er giftig ist und weil er auch Platz von wertvollen Weidegräsern in Anspruch nimmt. Nur konsequentes und rechtzeitiges Zurückdrängen führt zum gewünschten Erfolg.
Der Weiße Germer ist als unbeliebtes Unkraut auf den Weiden sehr bekannt.
Der Weiße Germer ist als unbeliebtes Unkraut auf den Weiden sehr bekannt.
Der Weiße Germer kommt im Berg- und Alpgebiet bei Höhen zwischen 300 und 2.600 m vor, ist jedoch in der montanen und in der subalpinen Stufe auf frischen, feuchten, humosen, tiefgründigen, meist kalkhaltigen Böden am häufigsten anzutreffen. Die Nährstoffverfügbarkeit scheint eine untergeordnete Rolle beim Vorkommen dieser Art zu spielen. In spät und extensiv genutzten Weiden sowie in aufgelassenen Wiesen kann er sich rasch ausbreiten und bestandesbildend werden. Er kommt auch in Bergwiesen, Hochstaudenfluren, Waldschlägen und Flachmooren sowie an Viehlagerstellen vor.

Ausbreitung des Weißen Germers
Diese Art vermehrt sich sowohl vegetativ als auch generativ. Der Weiße Germer ist ein Fremdbefruchter. Die Blüte erfolgt nicht jährlich, sondern alle 4 bis 8 Jahre. Die Bestimmung des Zeitpunktes der Blüte ist vorwiegend vom Erreichen einer ausreichenden Pflanzgröße bedingt. Bis zu 2.000 Samen/Pflanze können gebildet werden. Die Samen sind im Boden kurzlebig. Die meisten Samen keimen erst im Jahr nach der Aussamung. Nur etwa 0,15 % der Samen sind im darauf folgenden Jahr noch lebendig. In Weiden ist der Anteil an generativ entstandenen Pflanzen wesentlich niedriger als in Wiesen, bei denen die Vermehrung vorwiegend vegetativ erfolgt. Der Weiße Germer bildet Pflanzennester, die sich bei fehlender Bekämpfung allmählich ausbreiten. Diese räumliche Populationsstruktur kommt auch in Wiesen vor, ist aber in Weiden besonders ausgeprägt. Hier wird der Weiße Germer vom erfahrenen weidenden Vieh weitgehend gemieden und hat daher einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Futterpflanzen, welche vom Vieh gefressen werden. In der Nähe der Pflanzennester werden andere Pflanzen verdrängt und die Artenvielfalt vermindert. In einem Feldversuch und auch in der Praxis wurde gelegentlich beobachtet, dass Schafe den Weißen Germer aus unbekannten Gründen selektiv aussuchten. Die Aufnahme von Weißem Germer seitens weidender Rinder wurde gegen Ende der Vegetationsperiode, wenn der Alkaloidgehalt abgenommen hat, ebenfalls beobachtet.

Autor: Giovanni Peratoner, Laimburg (Südtirol)

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 15 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:

  • Milchbranche in Belgien
  • Fruchtbarkeit bei Hochleistungskühen sichern
  • Erfolgreiches Zellzahlprojekt mit Tierärzten
  • Kräuteranteil im Grünland



Aktualisiert am: 23.07.2012 16:17
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