Wasser: Wie viel säuft die Sau?

Wasser ist nicht nur das bedeutsamste Lebensmittel, es ist auch das wichtigste Futtermittel. Es wird oft unterschätzt, wie viel Wasser die Tiere trinken. Anhand eines Praxisversuchs wurden die Verläufe von Wasser- und Futteraufnahme während der Laktation festgehalten.
15 Liter für die Sau und für jedes Ferkel 1,5 Liter, das ist die Faustzahl zur Berechnung des Wasserbedarfs einer ferkelführenden Sau.
15 Liter für die Sau und für jedes Ferkel 1,5 Liter, das ist die Faustzahl zur Berechnung des Wasserbedarfs einer ferkelführenden Sau.
Die Wasseraufnahme wird nicht selten durch eine zu geringe Durchflussmenge an der Tränke „ausgebremst“. Bei einem Tagesbedarf einer ferkelführenden Sau von 40 Litern Wasser und einer Durchflussmenge von 0,5 Litern je Minute, müsste das Tier 80 Minuten lang pro Tag die Nippeltränke gedrückt halten, um genügend Wasser zu erlangen. Eine regelmäßige Kontrolle der Durchflussmengen und ein Ablassen abgestandenen Wassers vor der Belegung von Stallabteilen zählen zu den wichtigen Managementmaßnahmen des Betriebsleiters. Gerade wenn Abteile vorgeheizt werden und das Wasser einige Tage ohne Entnahme in den Leitungen steht, entwickeln sich ideale Bedingungen für die Vermehrung von Keimen, die dann mit den ersten Schlucken als „Keim-Suspension“ getrunken werden. Mit einem Messbecher und einer Uhr mit Sekundenzeiger kann die Durchflussmenge sehr einfach gemessen werden. Nach der Messung einiger Tränken hat man die richtige Wassermenge pro Zeiteinheit „im Gefühl“.

Fazit
Mit den Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass
1. die Wasseraufnahme der Sauen nach der Abferkelung stetig von Tag zu Tag ansteigt und am Ende der Säugezeit im Winterhalbjahr Tagesmengen von 40 Liter erreicht (im Sommer und bei Altsauen könnte die Wasseraufnahme noch höher sein!) und
2. auch die Futteraufnahme der Sauen nach der Abferkelung zunimmt, wobei dies im Gegensatz zur Wasseraufnahme durch den Betriebleiter vorgegeben wird. Hier muss das Management ansetzen, um eine Stimulierung der Futteraufnahme mit positiven Auswirkungen auf die Leistungen der Sauen zu erreichen.

Autor: Prof. Dr. Steffen HOY, Universität Göttingen


Aktualisiert am: 25.10.2007 16:59
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