Trockenstellen mit Zitzenversieglern

Zitzenversiegler sind kein Ersatz für Managementfehler in der Euter- und Tierhygiene. Sie können dazu beitragen, den arzneimittelrechtlich bedenklichen prophylaktischen Einsatz von Antibiotika zumindest weiter zu reduzieren.
Zitzenversiegler sind kein Ersatz für Managementfehler in der Euter- und Tierhygiene.
Zitzenversiegler sind kein Ersatz für Managementfehler in der Euter- und Tierhygiene.
Ein durch einen Pfropf aus Zitzenkeratin verschlossenes Euterviertel ist nahezu resistent gegenüber aufsteigenden Mastitiserregern während der Trockenstehperiode. Zum einen dient das von der Kuh gebildete Keratin als mechanisch-physikalische Barriere, und zum anderen hemmt es das Wachstum aufsteigender Bakterien. Vielfach wird die Zunahme bakterieller Euterinfektionen während der Trockenstehphase mit gestiegenen Milchleistungen in Verbindung gebracht. Einer Untersuchung von Dingwell et al. (2003) zufolge sind sogar noch 50 % der Euterviertel von Kühen, die am Tag des Trockenstellens noch mehr als 21 kg Milch gaben, 6 Wochen später weiterhin offen. 15 % der offenen Euterviertel entwickeln Neuinfektionen. Bei bis zu 50% der trockenstehenden Kühe ließ sich bis eine Woche vor der Kalbung kein Keratinverschluss nachweisen. 5% der Kühe bleiben sogar über die gesamte Trockenstehperiode “offen“ und damit komplett ungeschützt vor umweltbedingten Mastitiserregern.

Risiko rund um die Abkalbung
Ein erheblicher Teil der in der Laktation auftretenden Eutererkrankungen hat seinen Ursprung in der Trockenstehzeit. Das größte Risiko für die Neuinfektion eines Euterviertels stellen die ersten zwei Wochen nach erfolgtem Trockenstellen und die letzten zwei Wochen vor der Kalbung dar.

Autor: Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, (D)

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 10 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:


Aktualisiert am: 07.05.2012 14:43
Landwirt.com Händler Landwirt.com User