Trockenschäden im Frühherbst rekultivieren

Extreme Hitzeperioden und wenig Niederschläge führten im Sommer 2018 viele Wiesen und Weiden in die Dürre. Grünlandexperte Karl Buchgraber weiß, was jetzt zu tun ist, damit es im Frühjahr wieder grün wird.
Grünlandexperte Karl Buchgraber rät bis Ende September bei erdfeuchten Verhältnissen nachzusäen. Foto: Taferner
Grünlandexperte Karl Buchgraber rät bis Ende September bei erdfeuchten Verhältnissen nachzusäen. Foto: Taferner
LANDWIRT: Dauergrünlandflächen vom Tal bis in die Almgebiete sind von der Trockenheit 2018 betroffen. Nach den wohltuenden Regenfällen zeigten sich viele Grünlandbestände verbessert. Sie wurden wieder leicht grün – manche leider nicht. Was ist jetzt zu tun?

Buchgraber: Jene Flächen, die sich nicht erholen oder die Grasnarbe zu offen bleibt, die müssen heuer noch nachgesät werden. Am besten bis Ende September.

Was ist bei der Nachsaat zu beachten?

Zunächst darf es weder zu trocken noch zu feucht sein. Bei erdfeuchten Bodenverhältnissen sollte kräftig aufgestriegelt werden. Gleichzeitig sollte übergesät, eingestriegelt und mit einer Walze angedrückt werden.

Welche Saatgutmengen empfehlen Sie?

Sind die Bestände stark geschädigt braucht es 15 bis 25 kg Saatgut pro Hektar, sind nur leichte Dürreschäden vorhanden genügen 5 – 10 kg Saatgut pro Hektar. Wichtig ist, dass Sie auf Qualitätssaatgut setzen. Da sollten Sie nicht sparen. Die Wiesen und Weiden sind die Futterbasis für unsere Tiere. Die Wirtschaftlichkeit dieser Tierhaltung hängt ganz stark mit der Grundfutterproduktion zusammen. Deswegen müssen wir jetzt die Dürreschäden im Frühherbst wieder in Ordnung bringen. Mit dieser wertvollen Arbeit gehen wir wieder mit bester Hoffnung ins nächste Frühjahr 2019. Habt Kraft, das Grünland braucht euch jetzt.

Univ. Doz. Dr. Karl Buchgraber leitet das Institut für Pflanzenbau und Kulturlandschaft der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein.

Mehr über die Rekultivierung von Trockenschäden lesen Sie in LANDWIRT 18/2018.
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Aktualisiert am: 05.09.2018 09:39