Tod ohne Angst

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… das ist das Ziel der Schlachtung am Heimbetrieb. In Deutschland ist sie zwar möglich, doch an strenge Auflagen geknüpft. In Österreich könnte ein Projekt nun erstmals diese Tür öffnen.
Erst Hermann Maier hat eine mobile Schlachtbox entwickelt. Seilwinden ziehen das Tier zum Entbluten in die Box. Foto: Uria
Erst Hermann Maier hat eine mobile Schlachtbox entwickelt. Seilwinden ziehen das Tier zum Entbluten in die Box. Foto: Uria
Es war kaum zu hören, gerade so laut, dass die umstehenden Rinder auf der Weide kurz die Köpfe heben. Ein paar recken die Nase in Richtung ihres Bauern, als er sich zu dem Bullen niederkniet, den er gerade geschossen hat. Für den Fleckviehstier war es ein Tag wie jeder andere, als Ernst Hermann Maier zu ihm auf die Weide kam. Dass der Bio-Bauer aus Baldingen das Gewehr ansetzte und abdrückte, bekam der Bulle nicht mit. Ein plötzlicher Tod, ganz ohne Stress, das ist das Versprechen des Bio-Bauern aus Balingen (BW) an seine Tiere.

Bio endet am Weg zum Schlachthof
Ein Glücksfall für die Rinder, denn für die meisten Nutztiere endet Bio, wenn sie den heimatlichen Stall in Richtung Schlachthof verlassen. Die Trennung von der Herde, den Transport und den damit verbundenen Stress erleben sie genauso wie ihre konventionellen Artgenossen.

Dass die Bio-Tierhaltung gerade die kritische Phase der Schlachtung ausklammert, war Ernst Hermann Maier immer ein Dorn im Auge. Deshalb kämpfte der Landwirt über zehn Jahre mit den Behörden und erhielt schließlich die Erlaubnis, seine Rinder auf der Weide schlachten zu dürfen. Inzwischen gibt es in Deutschland eine gesetzliche Regelung, die die Weideschlachtung von Rindern, die das ganze Jahr im Freien leben, mittels Kugelschuss ermöglicht. Auch in der Schweiz ist seit 2016 die mobile Schlachtung rechtlich möglich und kann individuell für landwirtschaftliche Betriebe bewilligt werden.

Oberösterreich erlaubt mobile Schlachteinheiten
In Österreich sind bisher alle Versuche, eine Schlachtung auf der Weide nach diesen Vorbildern genehmigen zu lassen, gescheitert. Nun hat sich das Land Oberösterreich dazu entschlossen, mobile Schlachteinheiten als Erweiterung eines Schlachtbetriebes zuzulassen und so die Schlachtung am Heimbetrieb zu erlauben. Dazu wurde Anfang Juni 2018 ein Projekt gestartet, in dem auch Investitionen in mobile Schlachteinheiten gefördert werden. Der Kugelschuss
auf der Weide, so wie ihn Ernst Hermann Maier durchführen darf, ist allerdings nicht vorgesehen.


Wie die Weideschlachtung in der Praxis aussehen kann und mehr über das Projekt „Mobile Schlachtung“ erfahren Sie in der aktuellen LANDWIRT Bio-Ausgabe 5.
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Autor: Birgit LANG, LANDWIRT Redakteurin


Titelbild: Land OÖ




Aktualisiert am: 04.10.2018 22:43
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