Tipps zur Verbesserung der Fruchtbarkeit

Die Fruchtbarkeitsleistung in den einzelnen Betrieben ist sehr unterschiedlich und schwankt zwischen 18 und über 24 verkauften Ferkeln pro Sau und Jahr. Durch optimale Haltung und ein sehr gutes Management kann die Leistung deutlich verbessert werden.
Nach der EU-Richtlinie 2001/88/EG ist zukünftig die Gruppenhaltung tragender Sauen ab dem 29. Trächtigkeitstag bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin verbindlich vorgeschrieben.
Nach der EU-Richtlinie 2001/88/EG ist zukünftig die Gruppenhaltung tragender Sauen ab dem 29. Trächtigkeitstag bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin verbindlich vorgeschrieben.
Störungen der Fruchtbarkeit werden durch viele Faktoren hervorgerufen. Dies beginnt bereits bei der Eingliederung und beim Gesundheitsstatus der Jungsauen. Auswertungen der Schlachthofbefunde bei Tieren aus drei Betrieben ergaben, dass weibliche Schweine mit mittelgradigen oder schweren entzündlichen Lungenveränderungen eine deutlich geringere Pubertätsrate (bis 11,7 % niedriger) als Stallgefährtinnen ohne oder mit nur leichten Lungenläsionen hatten. Bei Sauen (insgesamt untersucht: 270 Schlachtsauen aus 5 Betrieben) konnte nachgewiesen werden, dass Tiere mit schweren Lungenläsionen im Vergleich zu gesunden Tieren im Mittel aller Würfe bei Schlachtung eine um nahezu ein Ferkel geringere Wurfgröße erbrachten.

Puerperalstörungen der Sauen führen nicht nur zu signifikant höheren Ferkelverlusten, sondern auch zu statistisch gesichert höheren Prozentsätzen an Aborten, Verendungen, Spät- und Umrauschern sowie zu einer signifikant verringerten Wurfgröße lebend geborener Ferkel (0,25 bis 0,36 Ferkel weniger/Wurf) im folgenden Wurf. Auf der Basis von 3220 Würfen konnten wir nachweisen, dass MMA-kranke Sauen eine um 0,9 Würfe und 10,1 lebend geborene Ferkel geringere Lebensleistung als gesunde Tiere erreichten.

Bei Sauen mit einer Rektaltemperatur von > 39,3 °C konnte in etwa 80 % der Fälle eine Puerperalstörung (MMA-Komplex) nachgewiesen werden. Die Fiebermessung unmittelbar nach der Geburt und die schnelle Behandlung mit einem wirksamen (!) Antibiotikum – ggf. in Verbindung mit einem Entzündungshemmer – hilft, die leistungsdepressiven Auswirkungen einzuschränken.

Während der Säugezeit sollte der Gewichtsverlust der Sauen nicht zu groß sein. Bei Gewichtsverlusten von 15 bis 30 kg und deutlich über 30 kg sinken die Trächtigkeitsrate und die Wurfgröße lebend geborener Ferkel im nächsten Wurf.

Autor: Prof. Dr. Steffen HOY, Universität Gießen


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Aktualisiert am: 12.09.2005 16:28
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