Tiergesundheit: Sparen Sie nicht am falschen Ort!

Ein hohes Leistungsniveau stellt in wirtschaftlich schwierigen Marktphasen eine Lebensversicherung für so manchen Betrieb dar. Genau aus diesem Grund darf bei der Tiergesundheit nicht auf die Kostenbremse gestiegen werden.
Ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Impfmaßnahme in der Ferkelerzeugung ist die Mykoplasmenimpfung.
Ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Impfmaßnahme in der Ferkelerzeugung ist die Mykoplasmenimpfung.
Die Anzahl abgesetzter Ferkel je Sau und Jahr entscheidet maßgeblich über die Wirtschaftlichkeit in der Sauenhaltung. Das gilt insbesondere in Zeiten niedriger Erlöse: Lediglich Ferkelerzeuger mit überdurchschnittlich vielen aufgezogenen Ferkeln erzielen auch in Tiefpreisphasen noch positive Deckungsbeiträge.
Es leuchtet ein, dass nur gesunde Tiere, die ohne Erkrankungen ihr genetisches Potenzial in der Ferkelerzeugung und Schweinemast ausschöpfen, optimale biologische Leistungen erzielen. Damit rückt die Tiergesundheit in den Mittelpunkt der Betrachtung. Häufig beginnt aber gerade in Niedrigpreisphasen ein fataler Teufelskreis: Um Kosten zu sparen, werden auch die Aufwendungen für die Tiergesundheit kritisch hinterfragt und nicht selten wird auf bewährte Routinemaßnahmen verzichtet. Regelmäßige Impfungen oder Parasitenbehandlungen sollten aber nicht als Kostenpunkt, sondern vielmehr als Investition in die Tiergesundheit gesehen werden.

Was kranke Schweine wirklich kosten
Das ökonomisch optimale Schlachtgewicht ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Heute ist die Zielrichtung bei 94 bis 97 kg Schlachtgewicht. Damit der Ertrag nicht durch verlängerte Mastzeiten und hohe Futterkosten aufgezehrt wird, ist neben der Genetik ein hoher Gesundheitsstatus ausschlaggebend.
Die durchschnittliche Mastdauer liegt bei gesunden Schweinen bei 114 Tagen, bei erkrankten dagegen bei 122 Tagen. Der geringe Unterschied von acht Tagen täuscht, wenn man die letzten Verkaufstermine der erkrankten Tiere genauer betrachtet. Bis zur Wiederbelegung des Mastabteiles beträgt die Differenz stolze 42 Tage. Hier wird die Überlegenheit der gesunden Tiere deutlich.

Fazit
Erkrankte Tiere führen zu deutlich mehr Arbeit, schlechterer Futterverwertung, geringerer Tageszunahmen, höherer Tierverluste und Sortierverluste, schlechtere Ausschlachtungsergebnisse und nicht zuletzt verlängert sich das Ein- und Ausstall-Intervall.
Arbeiten Ferkelerzeuger und Mäster Hand in Hand, so lassen sich alle Komponenten der Tiergesundheit optimal abstimmen, und zwar von der Aufzucht bis zur Schlachtung.

Autor: DI Johannes HILGERS, Landesverband Rheinischer Schweinezüchter, Meckenheim (D)


Aktualisiert am: 10.06.2008 11:48

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