Streptokokken erkennen und bekämpfen

Seit dem PRRS-Auftreten Anfang der 90er Jahre scheint es eine gewaltige Zunahme der Streptokokkenproblematik zu geben. Waren es vor der PRRS-Ära noch hauptsächlich E.Coli-Keime, die zu großen Verlusten führten, so stehen heute die Streptokokken ganz vorne an.
Typische Kopfschiefhaltung bei Hirnhautentzündung durch Streptokokken.
Typische Kopfschiefhaltung bei Hirnhautentzündung durch Streptokokken.
Streptokokken gehören heute zu den bedeutendsten bakteriellen Erregern in der Ferkelproduktion. Entzündungen in Gelenken, im Gehirn, Innenohr, in der Lunge, Herz und im Urogenitalbereich bedingt durch diesen Erreger stellen eine wirtschaftlich bedeutende Gefahr dar. Eine ursächliche oder vollständige Bekämpfungsstrategie zur Eliminierung von Streptokokken gibt es nicht. Ziel einer jeden Therapie und Prophylaxemaßnahme ist die Minimierung der wirtschaftlichen Verluste auf ein erträgliches Maß. Nur die Kombination aller nötigen Managementtools, der antibiotischen Therapie und Metaphylaxe, evtl. die Durchführung bestandsspezifischer Impfprogramme und die Eliminierung stark erregerstreuender Tiere, wird einen akzeptablen Behandlungserfolg zur Folge haben.

Impfstoff gegen Streptokokken?
Eine Standardvakzine steht meines Wissens gegen Streptokokken nicht zur Verfügung. Heute werden ausschließlich bestandsspezifische Impfstoffe eingesetzt, die aus den in betreffenden Beständen isolierten Erreger hergestellt und nur dort angewendet werden. Diese Möglichkeit ist allerdings nur beschränkt „wirksam“ und wird auch –je nach Lage- durch den Hoftierarzt als „Waffe“ eingesetzt.

Kurzfristig werden mit bestandsspezifischer Impfung gute Erfolge im Sinne einer Reduzierung der Erkrankungsrate bei Meningitiden erzielt.

Autor: Dr. Ernst-Günther HELLWIG, Agrar- und Veterinärakademie (AVA), Horstmar-Leer


Aktualisiert am: 12.10.2006 21:38
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