Steyr 4115 Multi im Praxistest

Der Steyr 4115 Multi hinterließ im LANDWIRT Test einen guten Eindruck. Der Name ist Programm: Der Multi ist für die vielfältigen Aufgaben in der Land- und Forstwirtschaft bestens gerüstet - ein echtes Multitalent!
Der 4115 Multi zeigte in der Praxis und am Prüfstand nur kleine Schwächen.
Der 4115 Multi zeigte in der Praxis und am Prüfstand nur kleine Schwächen.
Die Multi-Baureihe hat sich für den Hersteller zu einem echten Stückzahlenbringer entwickelt. Der von uns getestete 4115 Multi war im letzten Jahr das meistverkaufte Traktormodell von Steyr. Dieser Traktor trägt eindeutig die Handschrift der Entwicklungsingenieure aus St. Valentin.

Kompaktes Kraftbündel
Der Multi ist überall zu Hause. Das Fahrzeugkonzept passt ins Bergland, auf die Ebene, auf den Acker, ins Grünland, auf den Hof und mit der nötigen Schutzausrüstung auch in den Wald. Besonders gelobt wurden die gute Sicht auf die beiden Anbauräume vorne und hinten, die gute Hangtauglichkeit, die sehr gute Motorbremswirkung und die Kraft im unteren Drehzahlbereich.
Alle Bedienelemente der rechten Konsole sind gut erreichbar.
Alle Bedienelemente der rechten Konsole sind gut erreichbar.
Das Gesamtgewicht unseres Testtraktors betrug von 5.160 kg. In den Papieren sind zwei verschiedene zulässige Gesamtgewichte ausgewiesen: Mit der serienmäßigen Optistop-Bremse (Allradzuschaltung) sind 7.500 kg möglich. Ist der Traktor aber wie in unserem Fall mit einer echten Vierradbremse – nasse Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterachse – und einer Parkbremse ausgestattet, erhöht sich das zulässige Gesamtgewicht auf 7.800 kg. Daraus ergibt sich eine Nutzlast von 2.640 kg. Aber Vorsicht: Mit schwereren Ackerbaugeräten ist die zulässige Hinterachslast von 5.000 kg schnell überschritten.

Mit dem Multicontroller am Gangschalthebel hat man die wichtigsten Funktionen gut in der Hand.
Mit dem Multicontroller am Gangschalthebel hat man die wichtigsten Funktionen gut in der Hand.
FPT-Motor mit guten Werten
Der Vierzylinder-Motor von FPT Industrial schöpft seine Kraft aus nur 3,4 Litern Hubraum. Er ist mit Common-Rail-Einspritzung, Abgasturbolader, Ladeluftkühler und externer, gekühlter Abgasrückführung ausgestattet. Die Abgasnachbehandlung erfolgt mit einem Diesel-Oxidationskatalysator (DOC) und einem geschlossenen Dieselpartikelfilter (DPF). Mit diesen Features erfüllt FPT die Abgasstufe 3B ohne AdBlue.

Gut abgestuftes Lastschaltgetriebe
Das Multi-Getriebe wurde gemeinsam mit ZF entwickelt. Es bietet zwei mechanisch geschaltete Gruppen (Feld oder Straße), vier mechanisch geschaltete Gänge und vier Lastschaltstufen. Zum Schalten der vier Gänge gibt es am Multikontroller auch einen elektrischen Kupplungsknopf. Dank der lastschaltbaren Wendeschaltung ergeben sich 32 Vorwärts- und 32 Rückwärtsgänge.
Das Powershuttle kann mit einem Hebel links unter dem Lenkrad oder rechts per Knopfdruck am Multicontroller bedient werden.
Die Ölhaushalte für Hydraulik und Getriebe sind getrennt. Unser Testtraktor war mit einer 100 Liter-Axialkolbenpumpe und elektrischen Steuergeräten ausgestattet.
Die Ölhaushalte für Hydraulik und Getriebe sind getrennt. Unser Testtraktor war mit einer 100 Liter-Axialkolbenpumpe und elektrischen Steuergeräten ausgestattet.
Beim Zapfwellenangebot bleibt kein Wunsch offen: Die vier serienmäßigen Drehzahlen 540, 540E, 1000 und 1000E lassen sich mit zwei Hebeln an der rechten Bedienkonsole vorwählen. Optional ist auch eine Wegzapfwelle erhältlich. Diese lässt sich sogar stationär mit 16 verschiedenen Drehzahlen im Links- oder Rechtslauf einsetzen.

Starke Hydraulik
Auch bei der Hydraulik ist dieser Traktor „Multi“: Wahlweise steht ein offenes Hydrauliksystem mit einer 60 Liter-Konstantpumpe oder ein geschlossener Kreislauf mit einer 100 Liter-Axialkolbenpumpe zur Verfügung.
Die Ölhaushalte für Hydraulik und Getriebe sind getrennt. Unser Testtraktor war mit der starken Hydraulikpumpe ausgerüstet.
Das Fronthubwerk unseres Traktors war mit EFH und Geräteentlastung ausgerüstet. Dafür gab es viele Pluspunkte von den Testfahrern.

Weitere Details und alle Testergebnisse vom Traktortest Steyr 4115 Multi finden Sie in der LANDWIRT Ausgabe 02/2015 (Erscheinungstermin 16. Jänner).

Kostenloses Probeheft Ausgabe 02/2015 mit Praxistest Steyr 4115 MULTI.

Aktualisiert am: 09.01.2015 12:38