Startschuss für Wagyu-Zucht in Österreich

Seit 2016 gibt es ein offizielles Zuchtprogramm für die Rinderrasse Wagyu. Bei einer Fortbildung wurden nun die Zuchtberater über die Besonderheiten der japanischen Rasse geschult und umfassend informiert.
Die japanische Fleischrinderrasse Wagyu fasst auch in Österreich Fuß. (Foto: fleischrinder.at)
Die japanische Fleischrinderrasse Wagyu fasst auch in Österreich Fuß. (Foto: fleischrinder.at)
2016 wurde das Zuchtprogramm der Rasse Wagyu positiv bescheidet – somit können nun unter anderem die Herdebucheinstufung der Tiere sowie Tierbeurteilungen vorgenommen werden. Gemeinsam mit der ZAR wurde im Rahmen des Bildungsprojektes eine Fortbildung der Fleischrinderzuchtberater zur Rasse Wagyu veranstaltet. Neben der Geschichte der Rasse und ihrer wichtigsten Linien waren auch die Beurteilung des Exterieurs und die Herdenbucheinstufung Inhalte der Ausbildung.

Wa Gyu bedeutet übersetzt japanisches Rind und ist eigentlich ein Überbegriff für vier japanische Fleischrinderrassen. Darunter sind mehr als 90 % Kuroge Washu („Japanisches Schwarzvieh“). Sie ist jene Rasse, die außerhalb Japans gemeingültig als Wagyu bezeichnet wird. Die als „rote Wagyu“ bezeichneten Tiere gehören in Japan der Rasse Akaushi (japanisches Braunvieh) an. Daneben gibt es noch japanische Hornlose und japanische Shorthorn – beide wurden allerdings nie aus Japan exportiert.

Drei Linien mit unterschiedlichen Eigenschaften
Das schwarze Wagyu gliedert sich in drei Hauptlinie: Die Tajima (oder Tajiri)-Linie ist die berühmteste der Linien. Sie geht auf den 1939 geborenen Stier „Tajiri“ zurück. Die etwas kleineren, spätreiferen Rinder haben den höchsten Anteil an intramuskulärem Fett bei einem hohen Anteil von ungesättigten Fettsäuren und werden auch in Japan für ihre Fleischqualität geschätzt. Das Fleischlabel „Kobe Beef“ geht zum Beispiel auf diese Linie zurück. Die Shimane (Fujiyoshi)-Linie sind ausgeglichene Tiere mit guten Wachstumsraten bei guter Milch-und Fleischleistung und guten Muttereigenschaften. Die Kedaka (oder Tottori)-Linie stellt die großrahmigen Vertreter innerhalb der Rasse. Die Fleischqualität der Tiere ist unterschiedlich, dafür zeichnet sie im Vergleich zu den anderen Linien eine gute Milchleistung aus. Die Linie geht auf den 1959 geborenen Stier Kedaka zurück. Natürlich werden diese drei Hauptllinien auch untereinander kombiniert. Allerdings ist die Diversität der Wagyu im Phänotyp aufgrund dieser Linienzucht etwas ausgeprägter, als bei europäischen Rinderrassen.

Wagyu in Österreich
Die Ersten Wagyus in Österreich wurden vor nicht ganz 10 Jahren geboren. Der aktuelle Bestand beträgt rund 300 Tiere. Ansprechpartner für die Zuchtbetriebe ist der regionale Zuchtverband (zu finden auf www.fleischrinder.at). Für alle Interessenten an dieser Rasse wird es Ende November eine Informationsveranstaltung geben wo unter anderem die Herdebucheinstufung erklärt werden wird.

Autor: Birgit Lang
Aktualisiert am: 07.11.2016 13:42
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