Stallklima: Schaden Heizkanonen & Co in der Schweinemast?

In der kalten Jahreszeit werden Mast- oder Ferkelaufzuchtabteile vor dem Einstallen der Schweine oft mit Heizkanonen oder Gasstrahlern aufgeheizt. Welchen Einfluss dieses Verfahren auf die Luftqualität hat wurde in einer Messreihe getestet.
Quellen zu hoher CO2-Konzentrationen können unter anderem Gasstrahler sein, vor allem wenn die Strahler schlecht gewartet sind und unsauber verbrennen.
Quellen zu hoher CO2-Konzentrationen können unter anderem Gasstrahler sein, vor allem wenn die Strahler schlecht gewartet sind und unsauber verbrennen.
Der Einsatz von Heizkanonen, Gasstrahlern o.A. zur Erwärmung der Mastabteile vor dem Einstallen bzw. zur Temperaturanhebung während der Nacht bei geringem Lebendgewicht ist in der kalten Jahreszeit ein gängiges Verfahren. Die Problematik dabei liegt aber darin, dass bei der Gasverbrennung nicht nur ständig Wasser und Kohlendioxid entstehen, sondern bei fehlerhafter Verbrennung zusätzlich Kohlenmonoxid (CO) und Ruß. Eine mögliche Kohlenmonoxidvergiftung hängt von der Ventilationsrate, der Dauer des Einatmens, der Konzentration des Gases sowie dem Sauerstoffumsatz im Gewebe (erhöhter Sauerstoffbedarf bei fiebrigen Allgemeinerkrankungen, körperlicher Aktivität) ab.

Grenzwerte
In der Literatur findet man die Information, dass eine Konzentration von 250 ppm zu Atemnot, Apathie und Lähmungen führt, bei 1000 ppm sind Todesfälle möglich, bei 4000 ppm tritt der Tod innerhalb einer Stunde ein. Wegen der beträchtlichen Konzentrationsunterschiede sollte an mehreren Stellen im Stall gemessen werden, wobei der Kohlenmonoxidgehalt grundsätzlich 30 ppm nicht überschreiten sollte.

Stallluft kontrollieren
Der Einsatz externer Heizgeräte in der Schweinemast ist gängige Praxis, sollte aber vor dem Hintergrund ansteigender Schadgase sowie Ruß gut durchdacht sein. Eine günstige Kontrollmöglichkeit bieten die so genannten Dräger-Röhrchen ( www.draeger.at), mit denen um ca. 4,60 Euro pro Röhrchen der Schadgaswert gemessen werden kann. Falls Gasstrahler zu Heizzwecken verwendet werden, sollten diese auf eine saubere Verbrennung kontrolliert werden. Eine bläuliche Flamme deutet auf vermehrte Kohlenmonoxidbildung hin. Nicht zu vergessen ist eine sorgsame Steuerung der Lüftungsanlage, da trotz dem Wunsch nach höheren Temperaturen im Stall auf einen ausreichenden Luftdurchsatz (Frischluft!) nicht verzichtet werden darf. Weiters wird den Benutzern nahegelegt, Heizgeräte einer regelmäßigen Kontrolle zu unterziehen, um Reinigungs- oder Wartungsarbeiten zeitgerecht durchzuführen.

Fazit
Heizkanonen und ähnliche Hilfsmittel sind bei einem gewissenhaften Einsatz in der Praxis durchaus vorstellbar, wobei die Funktionstauglichkeit der Geräte (Achtung: bei Fehlfunktionen entstehen schädliche Gase!) sowie eine entsprechende Frischluftzufuhr im Stall im Vordergrund stehen müssen.

Autoren: Ing. Irene MÖSENBACHER-MOLTERER und Christian BACHLER, LFZ Raumberg-Gumpenstein


Aktualisiert am: 21.10.2009 14:48
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