Sommerloch und Schweinemarkt sind eng verknüpft

Ein altbekanntes Phänomen begleitet die Schweinehalter dieser Tage: das Sommerloch. Trotz des Wissens da rüber kommt es jedes Jahr zu Leis tungseinbußen. Das beeinflusst die Ferkel- und Mastschweinepreise im Folgejahr wesentlich.
Das Sommerloch wirkt sich das ganze Jahr über auf den Ferkel- und Schweinepreis aus.
Das Sommerloch wirkt sich das ganze Jahr über auf den Ferkel- und Schweinepreis aus.
Ferkel- und Schlachtschweinepreise sind abhängig von Angebot und Nachfrage. Aber auch immer wiederkehrende Gesetzmäßigkeiten in der Sauenhaltung verursachen ein Auf und Ab. Die Marktphänomene des Jahresverlaufes werfen Fragen auf:
Wie kann es sein, dass das Angebot auf den globalen Ferkelmärkten während des Jahres trotz unveränderter Sauenbestände so stark schwankt?
  • Warum sind die Ferkel jedes Jahr im Februar und März am teuersten?
  • Warum fallen die Schlachtschweinepreise im Frühjahr eher mäßig aus?
  • Warum erreichen Schlachtschweine immer im 3. Quartal ihre besten Preise?
  • Warum steht der Ferkelmarkt gerade im 2. und 3. Quartal trotz bester Schlachtschweinepreise immer am stärksten unter Druck?


Es gibt viele Ursachen für Preisschwankungen während des Jahres: Grillwetter, Urlaubszeit, Fasching, Schneelage, Tourismus und vieles mehr. Jedes einzelne Argument hat auch zur jeweiligen Zeit seine Berechtigung. Das erklärt aber ausschließlich die Ursache für eine Nachfrageänderung. Das Angebot spielt jedoch die zweite wichtige Rolle.
Das Ferkelangebot schwankt saisonal und ist somit Hauptgrund all dieser Markt- und Preisbewegungen. Der Ausgangspunkt dieser saisonalen Schwankungen liegt im Sommer des Vorjahres. Pünktlichst mit dem Temperaturanstieg kommt es jedes Jahr zu einer signifikanten Verschlechterung der Sauen- und Eberfruchtbarkeit.

Sommerloch
In den Sommermonaten kommt es zu Problemen im Fruchtbarkeitsgeschehen der Sauen. Dabei ist nicht nur das vermehrte Umrauschen gemeint, sondern auch die Verschlechterung anderer Fruchtbarkeitsmerkmale wie der Anstieg der Güstzeit (Leertage bis zur Belegung), höhere Abortusraten und kleinere Würfe. Eine Fruchtbarkeitsdepression ist grundsätzlich auf allen Betrieben zu beobachten. Das Ausmaß der Probleme variiert, aber sogar auf sehr gut geführten Betrieben ist dieser jahreszeitliche Effekt erkennbar.


In der Ausgabe 14/2013 erklärt Autor DI Johann Stinglmayr (Geschäftsführer VLV-Ferkelring und Referatsleiter Beratungsstelle Schweineproduktion Oberösterreich, Wels) die Zusammenhänge zwischen Schweinemarkt und Sommerloch. Gratis Probeheft bestellen.

Weitere Themen in dieser Ausgabe:
  • Wie reduzieren wir den konventionellen Arzneimitteleinsatz? (Dr. Martin WERNER-TUTSCHKU, Traunkreis Vet Clinic, Ried im Traunkreis)
  • Fütterungstechnik im kritischen Blick (Teil 2 der Serie Haltungstechnik von Dr. Eckhard MEYER, LfULG, Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (D))
  • Pig News

Aktualisiert am: 09.07.2013 13:02
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