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Sojabohnen impfen

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Damit die Sojabohne den Sticksoff aus der Luft optimal nutzen kann, sollten Landwirte das Saatgut vorher impfen. Doch nicht jeder Impfstoff wirkt gleich.
 Sojasaatgut sollte vor der Saat unbedingt beimpft werden. Foto: Agrarfoto
Sojasaatgut sollte vor der Saat unbedingt beimpft werden. Foto: Agrarfoto
Als Leguminose kann Soja durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien den Stickstoff (N) der Luft nutzen. Anders als Erbse oder Ackerbohne ist Soja aber in unseren Breiten nicht heimisch. Daher sind auch die Bakterien, die mit Soja eine Symbiose eingehen, nicht in unseren Böden vorhanden. Deshalb muss der Landwirt beimpftes Saatgut verwenden und/oder das Saatgut vor der Saat selber impfen. Die Bakterien überdauern noch einige Jahre nach der Saat im Boden. Trotzdem sollten Landwirte kein unbeimpftes Saatgut säen. Bei erstmaliger Saat auf einem Schlag empfehlen Experten, bereits beimpftes Saatgut noch einmal zusätzlich zu impfen.

Unterschiedliche Impfstoffe
Es sind eine Menge an unterschiedlichen Impfstoffen am Markt erhältlich. Diese unterscheiden sich aber ausschließlich in der Konzentration der Bakterien und in der Formulierung. Am meisten verbreitet sind die pulverförmigen Mittel auf Torfbasis. Hier werden die Bakterien auf einem sterilen Torf kultiviert. Außerdem gibt es flüssige Formulierungen. Hier sind die Bakterien in einer Nährlösung kultiviert. Das Inverkehrbringen dieser Mittel ist nicht rechtlich geregelt. Sie können daher ohne Probleme auch importierte Präparate verwenden. Welcher Impfstoff besser ist, lässt sich pauschal leider nicht sagen. Auf jeden Fall sind Präparate mit einer höheren Konzentration an Bakterien von Vorteil. Was wir auch wissen, ist, dass ein Impfen in jedem Fall den Ertrag steigert. Das bestätigen Versuche der LfL (2013) und diverse Versuche der Fachschulen Obersiebenbrunn und Hollabrunn.

Ablaufdatum kontrollieren
Die Impfstoffe weisen in der Regel nur eine geringe Hitzestabilität auf. Das beimpfte Saatgut darf daher nicht in der Sonne stehen und nicht bei Temperaturen über 25 °C gelagert werden. Das gilt auch für fixfertig beimpftes Saatgut und den Impfstoff selbst. Deshalb sollte der Landwirt auch darauf achten, dass beim Händler Saatgut und Impfstoff nicht in der Sonne oder in einer warmen Umgebung stehen. Achtung: Impfmittel haben ein Ablaufdatum. Dieses sollten Landwirte unbedingt vor dem Kauf kontrollieren. Die Bakterien im Impfstoff haben nur eine begrenzte Lebenszeit. Ein abgelaufener Impfstoff bringt in der Regel nur einen mangelhaften Erfolg.

Achtung: Vor dem Kauf des Impfstoffs unbedingt auf das Ablaufdatum achten. Foto: Archiv
Achtung: Vor dem Kauf des Impfstoffs unbedingt auf das Ablaufdatum achten. Foto: Archiv
Direkt vor der Saat impfen
Wegen der Instabilität sollte der Landwirt das Saatgut auch erst direkt vor der Aussaat beimpfen. Bei der Aufwandmenge reicht es, der Angabe auf der Verpackung zu folgen. Beim Erstanbau kann eine Steigerung der Menge auf das 1,5-Fache zu einem Mehrertrag führen. Vor dem Impfen mit pulverförmigen Mitteln empfehlen Praktiker, die Körner – mittels einer einfachen Sprühflasche – mit einer geringen Menge Wasser zu benetzen. Dadurch haftet das Pulver besser an den Körnern. Der Landwirt sollte aber nicht zu viel Wasser verwenden, sonst kleben die Körner zusammen. Beim Mischen gilt der Grundsatz: So wenig mechanische Beanspruchung wie möglich. Verletzungen am Korn hätten eine geringere Keimfähigkeit zur Folge. Das Mischen mit der Mischmaschine ist möglich, dabei sollte der Landwirt aber nur eine sehr geringe Drehzahl einstellen. Nach dem Impfen sollte man das Saatgut innerhalb weniger Stunden in den Boden bringen.

Checkliste zum Impfen
- direkt vor der Saat impfen
- das beimpfte Saatgut nicht über mehrere Tage im Tank belassen
- die angegebene Aufwandmenge nicht unterschreiten
- bei erstmaligem Sojaanbau die Aufwandmenge um die Hälfte erhöhen
- schonend impfen – angeschlagene Körner verlieren die Keimfähigkeit
- bei trockenem Impfstoff etwas Wasser beigeben
- das Verkleben der Körner verhindern
- Impfmittel und beimpftes Saatgut vor Sonne und Hitze schützen
- Ablaufdatum der Impfmittel beachten
- überlagertes Saatgut nochmals beimpfen
- zu Blühbeginn den Knöllchenansatz kontrollieren


Aktualisiert am: 05.04.2017 11:23