Silomaissorten für Bayern

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Egal ob für den Fermenter oder für den Pansen – wir wollen die beste Maissorte. Doch eignet sich nicht jede Sorte für Biogas und Fütterung gleichermaßen. Während die eine mehr Masse bildet, besticht die andere mit ihrem hohen Energiegehalt.
2017 waren sowohl die Masseerträge als auch die Qualitäten bei Silomais zufriedenstellend. Foto: Agrarfoto
2017 waren sowohl die Masseerträge als auch die Qualitäten bei Silomais zufriedenstellend. Foto: Agrarfoto
Für die Rinderfütterung eignen sich Maissorten, mit denen sich energiereiche und hochverdauliche Maissilagen erzeugen lassen. Darüber hinaus entscheidet aber letztlich die Rationsgestaltung darüber, ob man mehr auf eine stärkereiche Maissorte mit hohem Kolbenanteil setzen sollte oder mehr Wert auf eine hohe Zellwandverdaulichkeit, also eine hoch verdauliche Restpflanze, legt. Allgemein sollte man bei der Sortenwahl für Silomais in der Milchviehfütterung Folgendes beachten: Je größer der Grassilageanteil in der Ration ist, desto mehr ist der Einsatz besonders stärkereicher Maissorten zu favorisieren, da über die Stärke schnell verfügbare Energie zur Verfügung gestellt wird. Bei einer kombinierten Fütterung Silomais-Grassilage sollte das Augenmerk bei der Auswahl der Maissorten neben dem Ertrag also vor allem auf dem Stärkegehalt liegen. Anders verhält es sich jedoch, wenn die wesentliche Komponente der Ration der Silomais ist. Besteht die Grundfutterration bereits zu 70 % und mehr aus Maissilage, muss auch immer der maximale Stärkegehalt der Gesamtration im Auge behalten werden. Um zu viel Stärke in der Gesamtration zu vermeiden, sollten Sie bei einer solchen stark maisbetonten Fütterung eher stärkeärmere Sorten bevorzugen.

Sortenempfehlungen Frühe Sorten (bis S220)
In der Rinderfütterung ist eine energiereiche und hochverdauliche Maissilage sinnvoll. Foto: Agrarfoto
In der Rinderfütterung ist eine energiereiche und hochverdauliche Maissilage sinnvoll. Foto: Agrarfoto
Den ersten Platz erreicht in diesem Jahr die erstmalig geprüfte Sorte KWS Laurencio (S200) mit einem Energieertrag von relativ 109. Eine Sorte mit sehr gutem Stärkeertrag und sehr gutem Stärkegehalt. Ihre Resistenz gegen Blattflecken ist gut.
Mit einem Relativertrag von jeweils 106 folgen die Sorten LG 30248 (S220) und Keops (S210). LG 30248, eine Sorte mit gutem Energiegehalt trotz geringem Gehalt an Stärke, also hoch restpflanzenverdaulich. So findet sie ihren Einsatz in der maisbetonten Milchviehfütterung oder für Biogas. Keops ist eine ausgeglichene, ertragsstabile Sorte mit einem sehr guten Biogasertrag.
Eine stärkebetonte Sorte mit guter Standfestigkeit ist Davos (S210). Sie eignet sich für die Fütterung in Betrieben mit grasbetonter Rationsgestaltung.
Eine Sorte mit guter Blattgesundheit und Standfestigkeit ist Agro Fides (S220). Aufgrund der guten Kolbenausbildung und Energiewerte sollte sie vor allem im Fütterungsbereich zum Einsatz kommen.
Mallory (S220), eine Sorte mit guter Standfestigkeit. Trotz des sehr geringen Stärkegehalts ist sie beim Energiegehalt überdurchschnittlich. Deshalb sollte ihr Schwerpunkt beim Einsatz für Rationen mit hohem Maisanteil liegen.
Bei SY Amboss (S220) liegt der Kolbenanteil im Mittel. Die Sorte bringt relvativ viel Masse und bleibt im Energiegehalt etwas schwächer. Sie wird ausschließlich für den Biogasbereich empfohlen. Ihre Standfestigkeit ist als mittel bis gut einzustufen.
Regionale Empfehlungen erhalten noch die Sorten KWS Stabil (S200), Tokala (S210), Cranberri CS (S220), Laurinio (S220), Stacey (S220) und SY Talisman (S220).
Für den Anbau in klimatisch ungünstigeren Regionen Ostbayerns, in Teilen Oberfrankens, der Oberpfalz und Niederbayerns, werden SY Nordicstar (S180), Gatsby (S200) und Bayrico (S200) empfohlen.

Mehr zu den empfohlenen Silomaissorten und den Körnermaissorten lesen SIe in der LANDWIRT Ausgabe 2/2018.
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Aktualisiert am: 08.01.2018 20:47