Schweinemast: So füttern Spitzenbetriebe

Hohe Leistungen haben viele Gründe. Dem Faktor „Fütterung“ wird hier anhand der 63 bayerischen Teilnehmer im DLG-Forum „Spitzenbetriebe auf den Zahn gefühlt“.
Phasenfütterung ist in der erfolgreichen Schweinemast Pflicht.
Phasenfütterung ist in der erfolgreichen Schweinemast Pflicht.
Die bayerischen Spitzenbetriebe 2007 wurden wie jedes Jahr aus den ca. 5.000 Ringbetrieben aufgrund ihrer „besseren“ produktionstechnischen und ökonomischen Leistungen ausgewählt. Letztendlich fanden sich unter den 63 teilnehmenden Betrieben, die die Vorgaben erfüllten, v.a. größere Betriebseinheiten.

Anteil der Futterkosten wächst
Die Überlegenheit der Spitzenbetriebe gründet dabei nicht nur auf dem Leistungsvorsprung durch besseres produktionstechnisches Können und den Mehrerlösen für die marktgerechtere Ware. Ganz wichtig ist auch der effiziente Einsatz der Produktionsmittel. Und hier sind v.a. die Futtermittel und Futterkosten zu nennen. Letztere machten bis vor einem Jahr „nur“ ca. 30% der Erlöse aus, heutzutage wegen der explodierten Rohstoffpreise mehr als 50 %. Es ist deshalb immer interessant zu wissen, wie die Spitzenbetriebe ihre höheren Leistungen erfüttern! Was machen die Spitzenbetriebe in der Schweinefütterung anders/besser, um Mehrleistungen zu erzielen bzw. die Futterkosten zu senken oder den Nährstoffkreislauf zu steuern?

Phasenfütterung ist Pflicht
Die meisten Betriebsleiter streben bei ihren Futtermischungen die gängigen Zielwerte/Versorgungsempfehlungen (zB Gruber Futterwerttabelle 2007) an und sehen für die wichtigsten Leistungsstufen das passende Futter vor. Phasenfütterung wird durchgängig praktiziert! In den Ferkelerzeugerbetrieben sind zB zu 100 % Tragefutter und Säugefutter und zusätzlich zum Prestarter Ferkelfutter I bis ca. 20 kg Lebendmasse und Ferkelfutter II bis 30 kg Lebendmasse anzutreffen.

Fazit
Einen „Königsweg in der Fütterung und Rationsgestaltung gibt es nicht. Spitzenbetriebe halten durch einfache Rationsgestaltungen und gute Orientierung an den wissenschaftlich abgeleiteten Versorgungsempfehlungen die Futterkosten und die Nährstoffbilanzen im Griff – obwohl sie keine Flächenprobleme haben. Die erfassten Gülleflächen (Eigen-, Pachtfläche, Gülleverträge) würden im Schnitt der Spitzenbetriebe noch ca. 15 % höhere Tierbestände erlauben. Passende Einstellung der Rationen mit vernünftigen, machbaren und ausgeglichenen Nährstoffgehalten und Nährstoffrelationen sowie das richtige Futter zum richtigen Tier (Phasenfütterung) zum richtigen Zeitpunkt sind wichtige tägliche Aufgaben der Betriebsführung – die Spitzenbetriebe beschreiten diesen Weg erfolgreich.

Autor: Dr. Hermann LINDERMAYER, Landesanstalt für Landwirtschaft, Grub (D)


Aktualisiert am: 09.10.2008 15:25
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