Schmallenberg-Virus: BDM fordert schnelle Ursachenforschung

Das sogenannte Schmallenberg-Virus greift in Deutschland immer weiter um sich. Mittlerweile sind Betriebe in allen Bundesländern von der Tierseuche betroffen.
Romuald Schaber: „Es dürfen keine Horrorszenarien aufgebaut werden, um möglicherweise vorschnelle und allgemein verpflichtende Maßnahmen nach dem Gießkannenprinzip bei allen Tierhaltern zu rechtfertigen. “
Romuald Schaber: „Es dürfen keine Horrorszenarien aufgebaut werden, um möglicherweise vorschnelle und allgemein verpflichtende Maßnahmen nach dem Gießkannenprinzip bei allen Tierhaltern zu rechtfertigen. “
Laut Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) wurde das Schmallenberg-Virus bis zum 23. Februar bei Tieren auf insgesamt 718 Betrieben festgestellt, darunter 231 in Nordrhein-Westfalen, 114 in Niedersachsen und 82 in Schleswig-Holstein. Das Kieler Landwirtschaftsministerium bezifferte am Tag darauf die Zahl der Betriebe in dem nördlichen Bundesland, in denen eine Infektion nachgewiesen wurde, auf 90. Betroffen sind bundesweit bislang nach wie vor hauptsächlich Schafhaltungen, weniger die Rinderherden. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) sieht dennoch bei der Ausbreitung des Virus gewisse Ähnlichkeiten zur Blauzungenkrankheit. Wichtig sind nach Ansicht des BDM eine schnelle und tiefgehende Ursachenforschung und die rasche Entwicklung tierschonender und effizienter Behandlungsmethoden. Dabei sollte einer der Schwerpunkte auf die Behandlungsmethoden gelegt werden, die die Ansteckungswege unterbrechen könnten, erklärte der BDM. „Die Situation der betroffenen Betriebe muss ernst genommen werden. Allerdings ist auch darauf zu achten, dass keine Horrorszenarien aufgebaut werden, um möglicherweise vorschnelle und allgemein verpflichtende Maßnahmen nach dem Gießkannenprinzip bei allen Tierhaltern zu rechtfertigen“, betonte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. Ein offener Austausch mit den Betroffenen, die Berücksichtigung praktischer Erfahrungen der Landwirte bei der Ursachenforschung und ausreichende Informationen rund um die Alternativen bei der Krankheitsbehandlung seien ausschlaggebende Faktoren für die Akzeptanz und den Erfolg der Krankheitsbekämpfung. AgE


Aktualisiert am: 28.02.2012 08:56
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