Sauenstimulierung im Deckzentrum

In der Ferkelerzeugung ist die Fruchtbarkeit der Sauen die wichtigste Grundlage für ein hohes Leistungsniveau. Fütterung, Haltung und nicht zuletzt die richtige Stimulation im Deckzentrum sind entscheidend für erfolgreiche Betriebe.
Ein sexuell aktiver Eber ist für die Stimulation der Sauen wesentlich.
Ein sexuell aktiver Eber ist für die Stimulation der Sauen wesentlich.
Für die Rauschestimulation nach dem Absetzen und zur Besamung ist ein sexuell aktiver Eber im Alter von mindestens 13 Monaten die beste Unterstützung. Die Stimulation funktioniert am besten, wenn die Sauen ab dem dritten Tag nach dem Absetzen etwa zweimal täglich 30 bis 60 Minuten Eberkontakt haben. Dabei müssen die Sauen den Eber sehen, hören und riechen können und sollten dabei nicht durch andere Tätigkeiten im Stall (Fütterung, Lärm) abgelenkt sein. Auch sonst ist auf einen ruhigen, stressfreien Umgang mit den Tieren zu achten. In einem gut geplanten Deckzentrum gelingt dies ohne größeren Aufwand. Auch die Besamung selbst wird durch den Eber wesentlich effizienter. Die Reize des Ebers stimulieren die Sau derart, dass es zur Ausschüttung des Hormons Oxytocin kommt.

Licht und Luft
Saisonale Veränderungen der Tageslichtlänge beeinflussen die Hormonproduktion und somit das Rauscheverhalten der Sauen. Mit einem gut beleuchteten Deckzentrum und durch die Installation eines Lichtprogramms kann die Rauscheintensität verbessert und die Rauscheerkennung erleichtert werden. Für eine optimale Stimulation ist eine Lichtintensität von mindestens 300 Lux im Kopfbereich der Sauen erforderlich. Durch eine Lichtleiste über den Köpfen der Sauen kann die erforderliche Lichtintensität für die Dauer von 12 bis 14 Stunden erreicht werden. Da die Lichtintensität von Leuchtstoffröhren mit der Zeit stark abnimmt, sollte diese mit Hilfe eines Luxmeters jährlich überprüft werden.

Steuerung der Brunst
Um eine höchstmögliche Konzeptionsrate zu erreichen, sind die exakte Brunstbeobachtung, gezielte Brunststimulation beispielsweise über Eberkontakt, Lichtprogramm, Flushing-Fütterung und der optimale Besamungszeitpunkt von außerordentlicher Bedeutung. Es gibt jedoch immer wieder Sauen, die aus konditionellen und biologischen Gründen nur eine schwache Brunst zeigen und eine sinnvolle hormonelle Unterstützung zur Brunstinduktion notwendig machen. Das Tiergesundheitsdienstprogramm „Tiergesundheit und Management Schwein“ ermöglicht einen gezielten, vom Tierarzt verordneten Einsatz bestimmter Arzneimittel, um Sauengruppen im Produktionsrhythmus zusammenzuhalten.

Autor: Franz NAGL, Landwirtschaftskammer Niederösterreich, St. Pölten

Den gesamten Artikel können Sie in unserem Sonderband Besamungs-ABC nachlesen.


Aktualisiert am: 29.11.2011 13:55
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