Rückgang der heimischen Rinderproduktion setzt sich 2013 fort

Die Bruttoeigenerzeugung von Rindern wird 2012 in Österreich schrumpfen, für 2013 ist ein weiterer leichter Rückgang zu erwarten. Dies geht aus der jüngsten Prognose der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft hervor.
Im ersten Halbjahr 2012 erhöhte sich der Import lebender Schlachtrinder im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43,2%.
Im ersten Halbjahr 2012 erhöhte sich der Import lebender Schlachtrinder im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43,2%.
Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaften erwartet für das Kalenderjahr 2012 eine Großrinder-Erzeugung von rund 581.000 Stück (-3,5% gegenüber 2011). Die Kälber-Produktion wird bei etwa 133.000 Stück liegen (-4,9%). Das ergibt in Summe eine Bruttoeigenerzeugung von rund 714.000 Stück (-3,8%). Die Prognosen für das erste und zweite Halbjahr 2013 zeigen eine weiter sinkende Produktion. Laut Bundesanstalt wird die Großrinder-Bruttoeigenerzeugung in etwa 575.500 Stück betragen (-1% gegenüber 2012), wovon 263.000 männliche Rinder, 182.000 Kühe und 130.500 Kalbinnen sind. Die Kälberproduktion soll rund 131.000 Stück umfassen. In Summe ergibt dies eine gesamte Bruttoeigenerzeugung von 706.500 Tieren. Das entspricht gegenüber 2012 einem Minus von 1,1%.

Zuchtrinderexporte forciert
Die Bundesanstalt geht in ihrer Prognose von der Viehzählung zum Stichtag 01.06.2012 aus. Dabei sank der Gesamtrinderbestand im Jahresabstand um 1,2% auf 1,96 Mio. Stück. Im ersten Halbjahr 2012 erhöhte sich der Import lebender Schlachtrinder im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut vorläufigen Außenhandelszahlen um 43,2% gegenüber dem Vorjahr auf rund 43.000 Stück. Die Einfuhren von Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten verringerten sich um 9,9% auf 47.000 Stück. Mit 5.000 Tieren fielen die Einfuhren von Zucht- und Nutztieren um 66,8% geringer aus. Die Exporte lebender Schlachtrinder stiegen auf 4.300 Stück, während die Ausfuhren von Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten um 5,8% auf rund 159.000 Stück zurückgingen. Die Zucht- und Nutzrinderexporte verkleinerten sich auf rund 33.000 Stück. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2012 rund 94.000 Rinder ein- und 196.000 ausgeführt, woraus ein Exportüberhang von 102.000 Rindern resultierte.

Marktsituation stabil
Derzeit ist die Marktsituation bei Jungstieren und gut ausgemästeten Schlachtkalbinnen in fast allen EU-Staaten stabil. Auch in Österreich sind Angebot und Nachfrage bei Jungstieren und Kalbinnen stabil, die Preise für Stiere, Ochsen und Kalbinnen sind nach Angaben der Rinderbörse unverändert. Bei Schlachtkühen bleibt die angebotene Menge ebenfalls gleich. Hinsichtlich der Preisbildung gehen die Interessen der Erzeugergemeinschaften und der Schlachthofwirtschaft noch immer deutlich auseinander. Bei gut ausgemästeten Schlachtkühen (Fettklasse 3 und 4) herrscht eine stabile Nachfrage. Schwächere Qualitäten werden nach wie vor vernachlässigt. Bei Schlachtkälbern bleibt die Nachfrage rege und das Angebot knapp, die Notierungen sind hier derzeit stabil. AIZ


Aktualisiert am: 19.10.2012 15:01
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