Raps nach Qualitätsparametern abrechnen

In den letzten Jahren haben sich die Rapspreise deutlich verbessert. Raps wird in Österreich zumeist unabhängig von der Qualität abgerechnet. Dabei könnte sich eine Rapsabrechnung nach Qualitätsparametern durchaus als Vorteil für Landwirte herausstellen.
Für den Landwirt kann sich durchaus ein Vorteil aus der Rapsabrechnung nach Qualitätsparametern ergeben.
Für den Landwirt kann sich durchaus ein Vorteil aus der Rapsabrechnung nach Qualitätsparametern ergeben.
In Oberösterreich dominiert seit vielen Jahren das erfolgreiche Rapso-Projekt. Hier können die Landwirte bei Einhaltung der Auflagen (z.B. Blühstreifen, Sorten, usw.) eine Prämie von 30 Euro je Tonne (exkl. 12 % MwSt.) erzielen. Somit war Rapso-Raps in den letzten Jahren für viele Betriebe interessant und der Markt für kontraktfreien Raps auf eine überschaubare Fläche beschränkt. In den meisten Fällen wurde der Ölgehalt in Österreich bisher nicht berücksichtigt.

Deutschland als Rapsimporteur
In den Rapsmarkt ist einerseits durch die dezentralen Ölmühlen, vor allem aber durch die Ölmühle Straubing mit einer Jahresverarbeitungskapazität von ca. 250.000 t, Bewegung gekommen. In Deutschland wurden große Verarbeitungskapazitäten aufgebaut, wodurch Deutschland zu einem bedeutenden Importeur für Raps wurde. Der Importbedarf unseres Nachbarlands wurde durch die unterdurchschnittlichen Ernten der letzten beiden Jahre verstärkt und hat mittlerweile einen wesentlichen Einfluss auf den österreichischen Rapsmarkt. In den letzten Jahren hat sich der Markt auch insofern weiterentwickelt, als Landwirte flexibler in der Vermarktung werden (teilweise überregional), größere Mengen zu verkaufen haben und auch Vorkontrakte an Bedeutung gewinnen.

Abrechnung nach Ölgehalt
Bei den hohen Preisen gewinnen die Rapsabrechnungen nach Ölgehalt an Bedeutung, weil hier prozentuelle Zu- und Abschläge bezahlt werden (ähnlich wie bei der österreichischen Zuckerrübenabrechnung, wo auch Zu- und Abschläge in Abhängigkeit vom Zuckergehalt bezahlt werden). Aus den Unterschieden in Ölgehalt, Besatz und Feuchtigkeiten können sich rasch Zuschläge von 20 bis 30 Euro je Tonne errechnen. Für die Abrechnung der Parameter wird in Deutschland nach den „Ölmühlenbedingungen“ abgerechnet, welche alle Punkte sehr detailliert geregelt haben. Diese „Ölmühlenbedingungen“ regelten in der Vergangenheit die Vergütungen im Detail. Jede Änderung müsste vom Kartellamt genehmigt werden, sodass viele Ölmühlen von den Einheitsbedingungen Abstand genommen haben. Grundsätzlich besteht Vertragsfreiheit, aber bis heute ist die Vergütung der entscheidenden Qualitätsparameter (Ölgehalt, Feuchtigkeit, Besatz) einheitlich bestehen geblieben, sodass eine gute Vergleichbarkeit der Rapspreise gegeben ist.

Standardqualität Ölmühlenbedingungen
Die Ölmühlenbedingungen sehen eine fein abgestufte Bewertung auf Basis der Standardqualität vor. Die Standardqualität für Raps ist folgendermaßen definiert:

  • 40 % Ölgehalt
  • 2 % Besatz
  • 9 % Wasser / Feuchtigkeit


Für Abweichungen von der Standardqualität werden in der Regel Preiszu- und abschläge bezahlt. Für den Landwirt stellt sich im ersten Schritt die Frage, wie hoch seine Qualität ist, damit er bewerten kann, ob er von den Zuschlägen profitieren kann.

Autor: DI Martin BÄCK, Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Linz

Weitere Details zur Abrechnung von Raps können Sie in der Ausgabe 12/2012 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.


Aktualisiert am: 05.06.2012 13:29
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