Proholz Bayern will Holzbau in der Landwirtschaft stärken

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Bauinteressierte Landwirte können sich einen Milchviehstall in Modulbauweise auf dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) ansehen. Der Milchviehstall steht auch exemplarisch für eine regionale Wertschöpfungskette.
Der ZLF-Milchviehstall bietet Platz für 19 Kühe. Im Stall sind 35 m3 Schnittholz verbaut. Das entspricht 60 m3 Rundholz und bindet 6,6 Tonnen Kohlenstoff. Foto: proHolz Bayern/Mathias Renert.
Der ZLF-Milchviehstall bietet Platz für 19 Kühe. Im Stall sind 35 m3 Schnittholz verbaut. Das entspricht 60 m3 Rundholz und bindet 6,6 Tonnen Kohlenstoff. Foto: proHolz Bayern/Mathias Renert.
Holz ist der Bau-, Werk- und Energiestoff des 21. Jahrhunderts. Holzbauten sind „in“. Ein Trend, der im urbanen Bereich zum vermehrten Bauen mit Holz führt. Und in der Landwirtschaft? Bei landwirtschaftlichen Gebäuden in Bayern ist der Holzbauanteil die letzten Jahre leicht rückläufig und das obwohl Bauen mit Holz in der bayerischen Landwirtschaft eine lange Tradition hat und viele Höfe einen eigenen Wald bewirtschaften. Im Übrigen sind 60% der bayerischen Holzvorräte im Besitz von privaten Waldbesitzern.

Eine Entwicklung, die der Bayerische Bauernverband zusammen mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), der BBV-LandSiedlung und proHolz Bayern aufgegriffen hat: Anhand eines Milchviehstalls aus heimischen Holz in Modulbauweise können sich bauinteressierte Landwirte ebenso wie Planer, Berater und ausführende Firmen auf dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) von den Vorzügen des Baustoffes Holz aus regionaler nachhaltiger Forstwirtschaft überzeugen. Das ZLF findet vom 17. bis 25.09.2016 in München auf der Theresienwiese neben dem Oktoberfest unter dem Motto „Landwirt-schaf(f)t Heimat“ statt.

Holz in Bayern ein Baustoff mit Tradition und Zukunft

Dieser moderne Milchviehstall aus Holz glänzt in Puncto innovatives Baukonzept in Verbindung mit Optimierung des Tierwohls, das bei Bauten für die Nutztierhaltung im Fokus steht. Und der Stall erfüllt die Voraussetzungen im Hinblick auf die geforderte Umweltverträglichkeit. Das Gebäude ist funktional, wirtschaftlich und fügt sich durch seine Holzbauweise bestens in das typisch bayerische Landschaftsbild ein. Der ZLF-Milchviehstall leistet aber noch viel mehr – und zwar in Sachen Klimaschutz, heimischer Wirtschaftskraft und Nachhaltigkeit.

Holzställe sind CO2-Speicher

Der Milchviehstall wurde mit Fichtenholz aus Bayerns Wäldern gebaut. Der Holzbedarf für diesen Stall mit Platz für 19 Kühe liegt bei 35 m3 Schnittholz, das entspricht 60 m3 Rundholz. Jede Sekunde wächst in diesen Wäldern 1 m3 Rundholz nach. Es dauerte also gerade einmal 1 Minute bis das Holz für diesen Stall in Bayerns Wäldern nachgewachsen war. Gleichzeitig wurden mit dem Bau dieses Holzstalles der Atmosphäre 24,1 Tonnen klimaschädliches CO2 entzogen.

Der Milchviehstall – ein Beispiel für die regionale Wirtschaftskraft beim Baustoff Holz

Der Milchviehstall steht auch exemplarisch für eine regionale Wertschöpfungskette, die lange Zeit auf dem Land selbstverständlich war und aktuell wieder im Kommen ist. Der Stall wurde gebaut mit heimischen Holz, zu Bauholz vom örtlichen Sägewerk eingeschnitten und von örtlichen Zimmereien zum fertigen Stall zusammengesetzt. So wie viele Landwirte über Generationen hinweg ihre Stallungen errichten haben: mit Holz aus ihrem Wald und Handwerkern aus ihrer Region. Das sichert Arbeitsplätze vor Ort in den ländlichen Räumen und stärkt die regionale Wertschöpfungskraft.

Bleibt abschließend die Frage: Was passiert mit dem Milchviehstall nach dem Zentral-Landwirtschaftsfest? Er wird vom Bayerischen Bauernverband zum Verkauf angeboten und soll andernorts in einem landwirtschaftlichen Betrieb wiederaufgebaut werden. Ein weiterer Vorteil von Holz.

Aktualisiert am: 09.09.2016 08:40
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