Pro- und Präbiotika: Eine ernährungswissenschaftliche Stellungnahme

Zahlreiche Lebensmittel sind mit Aufschriften wie „probiotisch", „präbiotisch", „enthält probiotische Kulturen", „wirkt präbiotisch" und ähnlichem versehen. Aber was ist nun das Besondere an diesen Lebensmitteln? Was bedeuten die Begriffe und inwieweit kann den Werbeaussagen auf der Verpackung Glauben geschenkt werden?

Viele Joghurts und Milchprodukte tragen die Aufschrift prä- oder probiotisch.
Viele Joghurts und Milchprodukte tragen die Aufschrift prä- oder probiotisch.
Probiotika sind definierte, lebende Mikrooganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen, sich dort ansiedeln und dadurch positive gesundheitliche Wirkungen erzielen können. Darüber hinaus müssen Probiotika noch weitere Kriterien erfüllen: Neben ihrer gesundheitlichen Unbedenklichkeit dürfen sie weder im Magen noch im Dünndarm absorbiert werden. Sie müssen zudem das Wachstum nützlicher Bakterien fördern und sollen die Mikroflora des Gastrointestinaltraktes in einer Weise verändern, sodass eine gesündere Zusammensetzung derselben resultiert. Das Anheftungsvermögen (Adhäsion) der Probiotika an die Darmepithelzellen gilt als Voraussetzung für eine vorübergehende Besiedelung des Darms. Probiotische Bakterien sind widerstandsfähiger gegen Magensäure und gegen Gallensäuren, so dass sie im menschlichen Darm nicht abgetötet werden wie andere Bakterien, sondern lebend in tiefere Darmabschnitte gelangen, sich dort vermehren und ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften entfalten können.

Autor: Mag. Ingrid WEINHANDEL, Höhere Lehranstalt für Land- und Ernährungswirtschaft der Schulschwestern Graz Eggenberg


Aktualisiert am: 08.06.2006 11:00
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