Organische Säuren in der Schweinefütterung

Organische Säuren können die Leistung und Sicherheit in der Schweineproduktion erheblich steigern. Dieser Artikel stellt praktische Einsatzmöglichkeiten der organischen Säuren vor.

Eine überhöhte Säurezulage erkennt man schnell am starken Rückgang der Futteraufnahme.
Eine überhöhte Säurezulage erkennt man schnell am starken Rückgang der Futteraufnahme.
Absetzferkel: Durch eine Zulage von organischen Säuren und deren Salzen ins Futter kann die Verdauung von Absetzferkeln wesentlich unterstützt werden. Die Eiweißverdauung im Magen wird verbessert und somit verhindert, dass unverdautes Eiweiß in die hinteren Darmabschnitte gelangt. Eine pH – Absenkung im Dünndarm stört das Wachstum vieler unerwünschter Keime, während die gesunde Darmflora in ihrer Entwicklung gefördert wird. Sehr wesentlich zu einer stabilen Darmflora trägt nicht zuletzt der antimikrobielle Effekt von organischen Säuren und deren Salzen bei.

Ferkelaufzucht: Ferkelmineralfutter mit einem niedrigen SBV (kein Magnesiumoxid, wenig Calciumcarbonat und alternative Calciumquellen, Säurezulagen) haben sich in der Ferkelaufzucht bestens bewährt. Bei Durchfall kann eine Säurezulage zum Futter (0,5 – 1 %) oder zum Trinkwasser (0,1 – 0,3 %) oder eine Zulage von Salzen organischer Säuren (0,5 - 1 %) Abhilfe schaffen. Neben der verbesserten Eiweißverdauung und der Stabilisierung der Darmflora erhöhen Säuren die Futteraufnahme und die Futterverwertung.

Schweinemast: In der Schweinemast hat sich der Säureeinsatz vor allem zur Stabilisierung von Flüssigfütterungsanlagen (Hefen und Bakterien) bewährt. Auch zur Vermeidung von E. Coli – Durchfällen hat sich der Einsatz von Säure bei Mastschweinen bewährt (1 – 2 lt pro 1.000 lt Trinkwasser oder Futtersuppe oder 0,3 – 0,5 % Säure zum Trockenfutter). Lawsonien (PIA-Erreger) und Brachyspiren (Dysenterieerreger) als häufige Durchfallerreger in der Mast sind dagegen relativ Säure unempfindlich.

Sauen: Bei Zuchtsauen kann eine Säurezulage (0,3 – 0,8 % zum Geburtsvorbereitungs- oder Laktationsfutter) die Futteraufnahme und die Darmgesundheit steigern. Bei Saugferkeldurchfällen aufgrund von Clostridien hat sich beispielsweise der Einsatz von organischen Säuren in Kombination mit ätherischen Ölen zur Verringerung der Clostridienausscheidung über den Kot der Zuchtsauen bewährt. Durch eine geringe Säurezulage zum Wasser (1 lt / 1.000 lt Trinkwasser) wird die Schmackhaftigkeit erhöht und die Wasseraufnahme von Sauen und Schweinen gesteigert.

Fazit: In der gesamten Ferkelaufzucht, vor allem aber beim Absetzen der Ferkel kann durch die Wahl von Mineralfutter und Eiweißquellen mit niedrigem Säurebindungsvermögen, dem Einsatz von hochwertigen organischen Säuren und deren Salzen die Darmflora stabilisiert werden. Neben der Förderung der Darmgesundheit steigern organische Säuren die Leistungen unserer Schweine erheblich.

Autor: Dipl. Ing. Alois Ch. Gimplinger, BIOMIN GmbH, Herzogenburg


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Aktualisiert am: 09.02.2006 09:32

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