Österreichische Molkereien gegen Preisdumping

Die Absenkung der Verbraucherpreise bei der Weißen Palette durch den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bringt die heimische Milchwirtschaft unter Druck. Molkereien verwehren sich gegen das Preisdumping bei hochwertigen österreichischen Molkereiprodukten.
Frische und Qualität wird auch zukünftig bei den österreichischen Molkereien Vorrang haben.
Frische und Qualität wird auch zukünftig bei den österreichischen Molkereien Vorrang haben.
Wie Helmut Petschar, Präsident der VÖM betont, sind etliche Milchprodukte im Jahr 2012 billiger wie vor dem EU-Beitritt Österreichs – und dies ist nunmehr schon mehr als 17 Jahre her. Der immer wieder angeführte Vergleich der Verbraucherpreise mit Deutschland ist leider schon zur Routine geworden und damit auch die Verunsicherung der österreichischen Konsumenten. Flächendeckende Gentechnikfreiheit, höchste Tierschutzstandards und eine ungünstige Topographie und die damit verbundenen strukturellen Nachteile der heimischen Milchwirtschaft werden wie üblich wenig bis gar nicht erwähnt. Man hört zwar viel über Spotmärkte in Italien, aber kaum wird erwähnt, dass dort die Milchprodukte erheblich teurer sind als in Österreich. Wer sich in Frankreich und Italien umsieht, weiß, dass die Milchprodukte in diesen Ländern ein weitaus höheres Preisniveau haben. Versucht man in Belgien Frischmilch zu kaufen, wird man viel Geduld brauchen, um der H-Milch zu entgehen.

Qualität hat einen Preis

Frische und Qualität wird auch zukünftig bei den österreichischen Molkereien Vorrang haben. Diese Qualität ist aber zum billigsten Preis auf Dauer nicht möglich. „Geiz ist geil“ soll nicht zur Philosophie der Milchwirtschaft in Österreich werden, zumal die Folgen letztendlich die Molkereien und die Milchbauern zu tragen haben. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es wohl nicht die Molkereien waren, die diesen ruinösen Kreislauf wieder in Gang gesetzt haben, meint VÖM-Präsident Petschar.


Aktualisiert am: 25.07.2012 14:49
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