Oberösterreich: Bildungsoffensive in der Almwirtschaft gestartet

Der OÖ. Almverein, das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) und die Landwirtschaftskammer Oberösterreich arbeiten derzeit an der Umsetzung des Projekts "Bildungsoffensive multifunktionale Almwirtschaft". Die ersten Kurse haben bereits stattgefunden.
Die landwirtschaftliche Nutzung der Almen ist eng verbunden mit dem Tourismus.
Die landwirtschaftliche Nutzung der Almen ist eng verbunden mit dem Tourismus.
Die Bildungsoffensive komme gut an, berichtete Johann Fessl, Obmann des OÖ Almvereins, in dem 400 Almbauern organisiert sind. An den bisherigen Kursen zum Sensenmähen, zum Almweide-Management und dem Zurückdrängen von Problemgräsern und Unkräutern haben bereits mehr als 50 Personen teilgenommen. Besondere Berücksichtigung in den Kursen findet die Multifunktionalität der Almwirtschaft. Beginnend bei den Kernthemen wie Tierbetreuung und -gesundheit geht es auch um Direktvermarktung und Rechtsbelange bis hin zu traditionellen Handwerkstechniken und der Almkultur. In den kommenden Monaten stehen unter anderem die Themen Holzbearbeitung sowie Almwirtschaft und Naturschutz auf dem Kursprogramm der Bildungsoffensive.

Steigende Auftriebszahlen
In Oberösterreich werden von mehr als 800 Bauern über 6.000 Tiere, davon rund 5.170 Rinder und 900 Schafe, aufgetrieben. Die Zahl dieser Tiere steigt seit Jahren. Hotellerie und Gastronomie profitieren ebenfalls von einer aktiven und lebendigen Almwirtschaft. Angebote wie Almerlebnistage oder "Schule auf der Alm" ziehen viele Gäste an", berichtet LK- Präsident Herndl. Auf rund 80 oberösterreichischen Almen besteht auch eine Einkehrmöglichkeit. Eine davon ist die Kasbergalm, die Ziel des heurigen Almwandertages am 15. August ist. Zentral ist die Bedeutung der Almwirtschaft für die Trinkwasserbereitstellung. Grünland und bewirtschaftete Almwiesen sind Garant für beste Wasserqualität. Sie verhindern Erosion, filtern das Wasser und gleichen Niederschlagsspitzen aus.

Beratung und Unterstützung
Beim Almsprechtag bietet ein Expertenforum, bestehend aus den Fachberatern der Landwirtschaftskammer und einem Tierarzt sowie Vertretern von Naturschutz, Agrarbezirksbehörde und AMA fundierte Informationen an. Im österreichischen Umweltprogramm (ÖPUL) machten die Zahlungen für die "Alpung und Behirtung" in Oberösterreich in den vergangenen Jahren zirka 240.000 Euro jährlich aus. Konzentrierte Maßnahmen zur Weideverbesserung werden auch weiterhin über diese Behörde gefördert. Das Land Oberösterreich stellte 2009 dafür rund 88.000 Euro zur Verfügung. Für Rodung, Alm- und Weidetrennung wurden 35.000 Euro bereitgestellt.


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Aktualisiert am: 12.08.2010 08:27
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