Neues zur Unkrautbekämpfung in Mais

Nach den erfolgreichen Neuvorstellungen des letzten Jahres gibt es auch für dieses Jahr einige Neukombinationen und einen neuen Wirkstoff für Mais.
Gegen weißen Gäsenfuß, Amarant und Knöterich lassen sich auch preiswerte Kombinationen einsetzen.
Gegen weißen Gäsenfuß, Amarant und Knöterich lassen sich auch preiswerte Kombinationen einsetzen.
Die guten Maispreise zur Ernte 2007 haben den Körndlbauern endlich wieder Perspektiven eröffnet. Sicher ist, dass neben dem notwendigen Wetterglück eine ordentliche Unkrautbekämpfung Basis für gute Erträge, optimale Wasser- und Düngerausnützung für die Kulturpflanze, aber auch eine Verminderung der Umweltbelastung durch Pollenallergene oder auch Giftpflanzen darstellt. Inwieweit man diese Pflanzen verharmlosend als „Beikräuter“ bezeichnen soll wäre zu hinterfragen…

Neue Wirkstoffkombination: Arrat
Unter dem Namen Arrat wird der aus dem Getreidebau bekannten Wirkstoff Tritosulfuron (Biathlon) mit dem altbewährten Wirkstoff Dicamba (Banvel) kombiniert. Dadurch entsteht ein Produkt, das gute Wirksamkeiten gegen eine Reihe von zweikeimblättrigen Samen-, aber auch Wurzelunkräutern wie z.B. Distel, Winde und besonders auch Huflattich erzielt. Auch die Wirkung auf Geißfuß (Girsch) scheint in ersten Tastversuchen für Maisbauern in Grenzlagen interessant zu sein. Arrat hat keine gute Wirkung gegenüber Schwarzen Nachtschatten. Dies sollte aber kein Problem sein, denn als Hauptkombinationspartner gegen Hirsen wird wohl Clio zum Einsatz kommen - und damit ist das Problem vom Tisch. In Kombination mit Sulfonylharnstoffen wird firmenseits nur SL 950 (Eigenprodukt in Deutschland) empfohlen - womit wir wieder beim Nachtschattenthema wären. Besonders gegen Huflattich hat die Kombination mit Fortuna überzeugt. Aus möglichen Verträglichkeitsgründen wird diese Lösung jedoch abgelehnt.
Die angegebene gute Wirkung gegen Knöteriche wird zukünftig immer interessanter, weil gerade der Windenknöterich sich mehr ausbreitet und teilweise auch triazinresistent wird.

Wirkung gegen Winde
Der Anteil am Mediben- Wirkstoff entspricht umgerechnet ca. 130 g Maisbanvel WG/ha. Demnach wird der zweite Wirkstoff auch zur Windenwirkung beitragen müssen, um entsprechend gute Wirkungen zu erzielen. Der geringere Mediben- Anteil führt aber sicher zu einer besseren Pflanzenverträglichkeit. Dies ist bei Kombinationen mit z.B. Clio durchaus positiv, weil Clio- Maisbanvel-kombinationen durch die notwendige Zugabe des Netzmittels Dash bei späterer Anwendung einzeln auch zu Verträglichkeitsproblemen (eingerollte Blätter) geführt haben. Vielleicht sollte man in Anlehnung an Fortuna aus Verträglichkeitsgründen eine Clio- Maisbanvelkombination auch ablehnen?
Positiv ist das Fehlen einer Wasserabstandsauflage für Arrat festzuhalten.
Arrat wird mit 200 g/ha in Kombination mit dem beigepackten Netzmittel Dash (1 /ha) vernünftigerweise mit einem Hirsemittel auf Basis Triketon (z.B. Clio) oder Sulfonylharnstoff (SL 950) ausgebracht und wird damit Maisbanvel konkurrenzieren. Hervorzuheben ist auch die sehr gute Wirkung gegen Weißen Gänsefuß, welche auch bei niedrigen Temperaturen im Vergleich zu Maisbanvel sicher ist.

Erosionsschutzauflage!
Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Dieser Randstreifen muss je nach Produkt eine Mindestbreite von 10 -20 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.
Successor, Successor T: 20 m
Calaris, Dual Gold, Gardogold, Zeagran, Click, Chack: 10 m

Autor: Dipl. Ing. Peter KLUG, LK Stmk.


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Aktualisiert am: 21.03.2008 11:30
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