Neue Gedanken zu Genetik und Fruchtbarkeit

Genetik und Fruchtbarkeit stehen eng in Verbindung. Der Landwirt muss also das Management an seine Herde anpassen, um vorhandene Potenziale zu nutzen.
Fruchtbarkeit und Genetik stehen eng in Verbindung.
Fruchtbarkeit und Genetik stehen eng in Verbindung.
Diskussionen in der Ferkelproduktion drehen sich häufig um Leistung: Ferkelzahlen, Umrauschquoten, Würfe pro Sau und Jahr. Scheinbar ist es das Ziel, vorhandene Leistungsrekorde zu durchbrechen. Hohe biologische Leistungen sind zwar Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg in der Ferkelproduktion, aber das Gesetz des abnehmenden Ertragszuwachses findet auch hier seine Anwendung. Der Aufwand für das letzte Ferkel ist oft so hoch, dass der zusätzliche Ertrag diesen Aufwand nicht mehr decken kann. Moderne Zuchtsauen bieten ausreichendes Fruchtbarkeitspotenzial, um am Markt bestehen zu können. Dabei stellt sich die Frage, ob der Landwirt die Produktionsbedingungen und das Management optimal an die Anforderung der Genetik angepasst hat. Denn nur so können die möglichen Fruchtbarkeitsleistungen wirklich erzielt werden.
Das Management wird an die Sau angepasst und nicht umgekehrt. Bei dieser Herangehensweise rückt die Fruchtbarkeitsleistung
der einzelnen Sau in den Hintergrund und die Produktivität der Abferkelgruppe bzw. der Herde steht im Vordergrund. Damit das Management an die Sau angepasst werden kann, muss der Landwirt wissen, wie die jeweilige Genetik auf unterschiedliche
Managementverfahren reagiert. Horizontale Betriebsvergleiche helfen hier weiter.

Ferkelindex misst Gruppenproduktivität
Der Ferkelindex (FI) bestimmt die Produktivität einer Abferkelgruppe bzw. der gesamten Sauenherde. Er kann sich sowohl auf gesamt geborene als auch auf lebend geborene Ferkel je 100 besamte Sauen beziehen. Der Ferkelindex verknüpft die individuelle Fruchtbarkeitsleistung der Sau mit der Abferkelrate der Abferkelgruppe bzw. Sauenherde. Er errechnet sich einfach aus der Abferkelrate in Prozent mal Anzahl gesamt bzw. lebend geborener Ferkel. Der FI ermöglicht die Charakterisierung der Fruchtbarkeitsleistung einer Sauengruppe oder -herde und auch die Bewertung des einzelbetrieblichen Brunst- und Besamungsmanagements. Über die Abferkelrate gehen mittelbar die Umrauscherquote und die Rate der Aborte mit in den FI ein. Der zeitliche Bezug des FI kann der jeweiligen Fragestellung angepasst werden.

Autor: Dr. agr. Stefan VIEBAHN, Marienheide (D)

Dr. Viebahn referiert bei den Niederösterreichischen Schweinefachtagen am 7.1.2013 zu diesem Thema.

Das Programm für die Niederösterreichischen Fachtage können Sie rechts herunterladen.

Aktualisiert am: 20.12.2012 14:07
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