Mit Depop/Repop Tiergesundheit und Leistungen verbessern

Eine Form der Bestandssanierung stellt der gesamte Austausch des Sauenbestandes dar. Der Verkauf und die Schlachtung aller Tiere kann in bestimmten Fällen auch ohne behördlichen Zwang Sinn machen. Das ergab eine Untersuchung der Universität Gießen.
Das Gesamtziel der Repopulation besteht in einer kostengünstigen und den Gesundheitsstatus verbessernden Erneuerung des Sauenbestandes.
Das Gesamtziel der Repopulation besteht in einer kostengünstigen und den Gesundheitsstatus verbessernden Erneuerung des Sauenbestandes.
Der Austausch des gesamten Sauenbestandes (= Depopulation und anschließende Repopulation) ist die konsequenteste und schnellste Form der Sanierung, wird aber gegenwärtig nur selten durchgeführt. Depop/Repop stellt nämlich auch das risikoreichste Verfahren der Sanierung dar, insbesondere in „schweinedichten“ Regionen mit der Gefahr der Reinfektion.

Möglichkeiten der Repopulation des Bestandes
Unterschiedlich alte Jungsauengruppen
Einstallung mehrerer unterschiedlich alter Jungsauengruppen direkt in die gereinigten und desinfizierten Ställe, so dass etwa eine Woche nach der Zuführung die erste Jungsauengruppe abferkelt. Von Vorteil ist die höhere seuchenhygienische Sicherheit der Einstallung ohne Zwischenaufenthalt in möglicherweise keimbelasteten Ställen. Nachteilig kann die durch Transportstress eventuell verringerte Leistung der Jungsauen (Umrauscher, Aborte, Totgeburten) sein.

Zwischenzeitliche Aufstallung der Zukaufstiere
Zumeist geschieht dies in Schweinemastställen des Betriebes, in denen sie auch besamt werden. Von hier aus werden die Tiere eine Woche vor der Abferkelung in die Anlage umgestallt. Von Vorteil ist die bessere Arbeitszeitnutzung in der „schweinefreien“ Zeit. Vorteilhaft ist weiterhin die Verkürzung der Transportwege bei der Umstallung der hochtragenden Tiere. Der größte Nachteil ist das hygienische Risiko, „alte“ und „neue“ Tiere parallel zu bewirtschaften.

Besamungsfähige Jungsauen zukaufen
Die Tiere haben vergleichsweise lange Zeit, sich an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen. Allerdings ist die Zeitspanne sehr lang, in der es keine Abferkelungen auf dem Betrieb gibt. Auch hier muss streng auf eine seuchenhygienische Trennung der Betriebsteile geachtet werden.

Fazit
Ein optimaler Ablauf des Bestandstausches vorausgesetzt verläuft der Bestandsaustausch erfolgreich, wenn ausgehend von einer schlechten tiergesundheitlichen Situation zumindest ein mittleres Gesundheitsniveau erreicht wird. Die Kosten für die Depop/Repop-Maßnahme müssen mit etwa 250 EUR je Sauenplatz kalkuliert werden. Diese Kosten entstehen im Wesentlichen durch den Jungsauenzukauf und den entgangenen Erlösen. Die biologische Leistungssteigerung in Höhe von etwa drei abgesetzten Ferkeln mehr je Sau und Jahr führte zu einer Amortisation der Aufwendungen nach zwei bis drei Jahren. Die Ergebnisse der Betriebe mit Daten über einen längeren Zeitraum nach Repopulation zeigen die Möglichkeit für einen längerfristigen betriebswirtschaftlichen Erfolg nach dem Austausch der Herde.

Autor: Prof. Dr. Steffen HOY, Universität Gießen (D)


Aktualisiert am: 10.12.2007 16:57
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