Milchfieber erfolgreich vorbeugen

Die Milchfiebererkrankung ist die häufigste Stoffwechselerkrankung von Kühen im Kalbezeitraum. Die beste Vorbeugemaßnahme ist eine richtige Versorgung der Kühe am Ende der Laktation bzw. in der Trockenstehzeit.
Klinisch an Milchfieber erkrankte Tiere können - im Gegensatz zur subklinischen Erkrankungsform - schnell erkannt und behandelt werden.
Klinisch an Milchfieber erkrankte Tiere können - im Gegensatz zur subklinischen Erkrankungsform - schnell erkannt und behandelt werden.
Jeder Muskel benötigt für seine Arbeit Kalzium. Kalziummangel schwächt die Muskelkontraktionen, was das Risiko von Schwergeburten und Nachgeburtsverhalten erhöht. Die Zitzenschließmuskel können sich infolge eines Kalziummangels, selbst wenn die Erkrankung „nur“ subklinisch auftritt, nach dem Milchentzug nicht so schnell wieder verschließen, so dass Umwelterreger schneller und leichter ins Euter gelangen und eine Mastitis auslösen können. Ein „Kalziumbeschaffungsproblem“ der Kuh schwächt auch die Pansenkontraktion. Die Folgen sind eine reduzierte Futteraufnahme und damit ein größeres Ketoserisiko. Damit verbunden ist auch die zunehmende Gefahr von Labmagenverlagerungen.

Training braucht Zeit
Die Milchfiebererkrankung beruht auf einer Störung des Kalzium-, Phosphor-, Vitamin D- und Skelettstoffwechsels, die wiederum eine unzureichende Kalziumverfügbarkeit bewirkt. Die frei im Blut verfügbare Kalziummenge einer Kuh wird bereits mit dem Erstkolostrum ausgeschieden. Für jede weitere Kalziumausscheidung mit der nächsten Milch steht nicht mehr genügend Kalzium bereit, so dass die Kuh bereits vor der Kalbung trainieren muss, ihre eigenen Kalziumreserven aus den Knochen anzugreifen, um letztlich die Kalziumresorption zu erhöhen. Die Verdaulichkeit des mit dem Futter aufgenommenen Kalzium wird dadurch erhöht.

Autorin: Dr. Katrin MAHLKOW-NERGE, LK Schleswig-Holstein (D)

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Aktualisiert am: 20.05.2010 11:09
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