Maschinenring Österreich unter Druck

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In den österreichischen Maschinenringen brodelt es, seit geheime Gehaltslisten der MR-Führungsriege die Runde machen. Gerüchte werden lanciert, Schuldige werden gesucht. Der wahre Schuldige steckt möglicherweise aber im System Maschinenring selbst. Der Versuch einer Analyse.
Der Maschinenring steht unter Druck. (Foto: Maschinenring)
Der Maschinenring steht unter Druck. (Foto: Maschinenring)
Rund 275.000 Euro brutto soll Matthias Thaler als Geschäftsführer des MR Österreich (48.400 Euro) und Geschäftsführer sowie Vorstandsvorsitzender des MR Personal und Service (226.500 Euro) im vergangenen Jahr bezogen haben. Das belegen Lohnlisten, die dem LANDWIRT zugespielt worden sind. Auch das Ehrenamt auf Bundesebene steht stark unter Kritik. Bundesobmann Hans Peter Werderitsch soll auf eine monatliche Aufwandsentschädigung von rund 8.000 Euro gekommen sein. Zu den 3.500 Euro als Bundesobmann des MR Österreich kommen 3.200 Euro (beides gerundet), die er als Aufsichtsratsvorsitzender des MR Personal und Service verdient. Hinzu kommen noch 700 Euro Taggeld für Aufsichtsratssitzungen.

Laut Maschinenring wurde der Umsatz bei MR Personal und Service in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Man zähle zu den führenden Zeitarbeitsunternehmen in Österreich. Die Höhe der Provision wurde laut Maschinenring auf Basis von Marktvergleichen festgestellt. Die Umsätze im Bereich Agrar gingen zuletzt hingegen zurück.

Vor allem etliche Geschäftsführer der regionalen Maschinenringe proben den Aufstand. Ein ehemaliger Geschäftsführer zum LANDWIRT: „Wenn ich sehe, wie viel Zeit und Herzblut ich für 1.300 Euro netto investiert habe und wie viel Geld die Bundesführung einstreift, fühle ich mich im Nachhinein noch verarscht.“ Auch wenn die Gewinne der Teilorganisation
MR Personal und Service nicht direkt mit der agrarischen Urproduktion zu tun haben, mit dem Image der bäuerlichen Organisation schmückte sich auch der MR Personal und Service. „Schau dir mal unsere Werbemittel an. Da baut alles auf Landwirtschaft auf“, so ein Ring-Geschäftsführer zum LANDWIRT.

Eines sei zum Abschluss festgestellt: Grundsätzlich kann jedes Unternehmen mit seinem Geld machen, was es will. Es kann auch hohe Gehälter an seine Führungsspitzen zahlen. Besonders erklärungsbedürftig wird es allerdings dann, wenn Mitgliedsbeiträge, öffentliche Steuergelder und die genossenschaftliche Selbsthilfe mit im Spiel sind. Bei MR Österreich und MR Personal und Service trifft das alles zu.

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Aktualisiert am: 24.05.2016 15:15
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