Mais: Spurenelemente gezielt ergänzen

Mais hat spezielle Anforderungen an die Versorgung mit Spurenelementen. Dabei ist nicht jeder Mikronährstoff gleich wichtig. Wie man Mangelerscheinungen erkennt und wie entgegengesteuert werden kann, zeigt dieser Beitrag.
Auf vielen typischen Maisstandorten mit humosen, leichten, zu stark aufgekalkten oder trockenheitsempfindlichen Böden ist Mangan häufig nicht ausreichend verfügbar.
Auf vielen typischen Maisstandorten mit humosen, leichten, zu stark aufgekalkten oder trockenheitsempfindlichen Böden ist Mangan häufig nicht ausreichend verfügbar.
Mit dem Anbau von Hochertragssorten steigen parallel zu den Erträgen auch die Entzüge von Haupt- und Spurennährstoffen. Schwachpunkte im Feld werden deutlicher sichtbar oder die Bestände gelangen in eine zunächst optisch kaum erkennbare Nährstoffunterversorgung. Unbefriedigende Erträge trotz optimaler Versorgung mit Hauptnährstoffen können ein Hinweis auf Spurenelementmangel sein, falls bodenphysikalische Ursachen wie Bodenverdichtungen auszuschließen sind.

Borversorgung überprüfen
Mais gehört mit einem Borentzug von 130 bis 250 g/ha zu den Bor-bedürftigen Kulturpflanzen. Grundlage sicherer Borernährung ist ein optimaler Borgehalt, der bei einer Bodenuntersuchung mindestens im mittleren und bei hohen pH-Werten im oberen Bereich der Versorgungsstufe C befindet. Sichtbarer Bormangel tritt unter üblichen Praxisbedingungen bei Mais nur sehr selten auf. Güllebetriebe, die ansonsten weniger von Spurenelementproblemen betroffen sind, überschätzen den Borgehalt ihrer Böden oft, da in Rinder- und Schweinegülle nur etwa 2 g Bor je Kubikmeter enthalten sind. Dazu kommt, dass Bor, im Gegensatz zu anderen Spurenelementen, durch eine geringe Bindung in leichten und sauren Böden einer relativ hohen Auswaschung von 10 – 200 g/ha und Jahr unterliegt. Dagegen wird dieses Spurenelement ab pH-Werten über 6,5 verstärkt festgelegt.

Mangan mit Magnesium ausbringen
Ein schnelleres Wiederergrünen kann erreicht werden, wenn Mangan nicht alleine, sondern zusammen mit Magnesium in wasserlöslicher Form ausgebracht wird. Beide Nährstoffe sind Metalle, die in der Pflanze um einige Bindungsstellen konkurrieren und sich gegenseitig beeinflussen. Älterer Mais jedoch kann in gewissem Umfang das Manganoxid durch Wurzelausscheidungen wieder reduzieren und für sich nutzen. Mit dieser Besonderheit ist erklärbar, warum bei älteren Maispflanzen, selbst auf Kalkböden oder anmoorigen Flächen, normalerweise nur äußerst selten Manganmangel mit den typischen längsförmigen Gewebseinbrüchen in den Blättern auftritt.

Kupfermangel selten
Probleme mit Kupfermangel bei Mais sind sehr selten nur von stark aufgekalkten organischen Böden oder Sandböden bekannt. Bei solchen Bodenbedingungen wächst Mais generell nicht besonders gut, und zeigt meist Mischsymptome aus mehreren, auftretenden Nährstoffmängeln. Mais mit Kupfermangel rollt oder dreht die Blattspitzen etwas ein, hat ein recht schwaches Zellgewebe und lückenhaft besetzte Kolben als Folge von partieller Pollensterilität. Dabei treten aber keine Verfärbungen wie bei anderen Nährstoffmängeln auf.

Autor: Dr. Gudwin RÜHLICKE, K&S Kali (D)


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Aktualisiert am: 24.04.2009 10:23

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