Landwirtschaft und Politik: Das Schweigen der Bosse

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Vor der Nationalratswahl 2017 hat der LANDWIRT die Spitzenkandidaten zu einem Gespräch über ihre Vorstellungen zur Zukunft der österreichischen Landwirtschaft eingeladen. Nur eine Kandidatin fand dafür Zeit. Was sagt uns das? Ein Kommentar von Hans Meister.
Hans Meister:  Das Schweigen der Parteichefs zum Thema Landwirtschaft ist verdächtig.
Hans Meister: Das Schweigen der Parteichefs zum Thema Landwirtschaft ist verdächtig.
Das Schweigen der Parteichefs zum Thema Landwirtschaft ist verdächtig, entweder haben sie keinen Plan, es ist ihnen egal, wie es den Landwirten geht, oder sie denken, die Landwirte sind inzwischen eine so kleine Wählergruppe, dass ihre Stimmen kaum noch politisches Gewicht haben.
Was soll man sich sonst dabei denken, wenn die größte unabhängige Landwirtschaftszeitschrift des Landes, der LANDWIRT, die Spitzenkandidaten von ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grüne zu einem Gespräch über ihre Vorstellungen zur Zukunft der österreichischen Landwirtschaft einlädt und nur die Spitzenkandidatin der Grünen dafür Zeit findet? Wir wollten nicht die Meinungen der jeweiligen Agrarsprecher der Parteien hören, sondern die der Spitzenkandidaten erfahren. Sie geben letztlich die politische Richtung vor und sollten eine Ahnung davon haben, wie die österreichische und europäische Agrarpolitik der nächsten Jahre gestaltet werden muss, um mehr Betrieben das Überleben zu ermöglichen. In Brüssel fallen die großen Entscheidungen – auch im agrarischen Bereich – nicht im Agrarministerrat, sondern im Europäischen Rat, dem auch der Bundeskanzler angehört. Deshalb muss ein Spitzenkandidat, der auch Anspruch auf das Bundeskanzleramt erhebt, Ideen davon haben, wie eine vernünftige Landwirtschaft in Zukunft organisiert sein soll. Genau das wollten wir erfahren, um Ihnen als Leser ein Bild davon zu vermitteln.

Aber für die Parteichefs scheint die Landwirtschaft zu unwichtig, um sich selbst damit zu beschäftigen. Die Bosse haben keine Zeit, den Landwirten Antworten zu geben. Mit welchem Recht erwarten sie dann, dass ihnen die Landwirte ihre Stimmen liefern?

Lesen Sie hier das Interview mit Ulrike Lunacek.

Autor: Hans Meister
Aktualisiert am: 28.09.2017 16:11