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IG Milch bringt Milchsee in Wien zum Überlaufen

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Am 31. März 2016 reisten über 150 Milchbauern aus Salzburg, Ober- und Niederösterreich zur Demo der IG Milch nach Wien. Ihre Forderung: Eine funktionierende Mengensteuerung.
Bei der IG Milch-Demo am 31. März 2016 in Wien zogen die Demonstranten die Aufmerksamkeit vieler Zuseher auf sich. Diese begrüßten die Aktion trotz Straßensperren durch zahlreiche Traktoren.
Bei der IG Milch-Demo am 31. März 2016 in Wien zogen die Demonstranten die Aufmerksamkeit vieler Zuseher auf sich. Diese begrüßten die Aktion trotz Straßensperren durch zahlreiche Traktoren.
Die erste Aktion fand vor dem Haus der EU im 1. Bezirk statt. Dort demonstrierten die Bauern den Überschuss anhand von Milchpulver, das sie über einem Globus ausschütteten. „Die Politik hat sich nach dem Ende der Milchquote zurückgezogen und die Bauern dem freien Markt überlassen, so Ewald Grünzweil, Obmann der IG Milch. Er forderte eine funktionierende Mengensteuerung sowie eine Einschränkung der Futtermittel-Importe. Denn: Überschüsse würden hauptsächlich mit Importfutter produziert. Es gebe auch in den eigenen Reihen Landwirte, die ohne Rücksicht auf ihre Berufskollegen hemmungslos überproduzieren, obwohl die Milch niemand brauchen könne. Er forderte die Bauern auch zu mehr Zusammenhaltung auf. Im Anschluss übergab die IG einen Brief an Agrarkommissar Phil Hogan an einen EU-Vertreter.
Grünzweil: „Wir wollen kein Geld, sondern eine funktionierende Mengensteuerung!“
Grünzweil: „Wir wollen kein Geld, sondern eine funktionierende Mengensteuerung!“


2. Station: Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz
Der Milchsee ist am Überlaufen. Nach Meinung der IG Milch seien auch die Organisationen, die die Bauern beraten, Schuld an der ausufernden Überproduktion.
Der Milchsee ist am Überlaufen. Nach Meinung der IG Milch seien auch die Organisationen, die die Bauern beraten, Schuld an der ausufernden Überproduktion.
Vor dem Sitz großer Raiffeisen Organisationen und des Verbandes der österreichischen Milchverarbeiter (VÖM) bauten die Demonstranten einen Milchbecken auf. Sie befüllten es aber nicht mit Milch („Dafür ist uns unsere Milch zu schade!“) sondern mit gefärbtem Wasser. Sie befüllen es solange, bis es überläuft. Dann schöpfen die Akteure die „Milch“ in Kannen. Jede Kanne ist mit dem Namen von Organisationen beschriftet, die Bauern in Richtung Überproduktion beraten würden. Die IG kritisiert damit das Schul- und Beratungssystem in Österreich, das zu stark auf Wachstum und Intensivierung ausgerichtet sei.

Was macht die VÖM?
Költringer, Geschäftsführer der VÖM: „Nicht unsere Aufgabe, den Bauern etwas vorzuschreiben.“ Alle Fotos: Fohringer
Költringer, Geschäftsführer der VÖM: „Nicht unsere Aufgabe, den Bauern etwas vorzuschreiben.“ Alle Fotos: Fohringer
Johann Költringer, Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), wurde um ein Statement vor Ort gebeten. Auf die Frage Grünzweils, was die VÖM mache, um die Milchproduktion zu regulieren, antwortet Költringer: „Wir sehen uns hier nicht so sehr gefordert. Es ist die Aufgabe der Genossenschaften und nicht die eines Verbandes, den Bauern etwas vorzuschreiben. Die Hauptaufgabe der VÖM ist es, die Milch bestmöglich zu verarbeiten. Wir haben niemanden dazu ermuntert, mehr Milch zu liefern.“

Einige mutige Molkereien seien bereits mit gutem Beispiel vorangegangen und haben Mengenbegrenzungs-Systeme eingeführt. Grünzweil hob die Molkereien Gmunder Milch , Ennstal Milch und die Pinzgau Milch loben hervor. „Die Mengensteuerung funktioniert. Seit Einführung des Bonus-Malus-Systems bei der Gmunder Milch wurde die Milchmenge gedrosselt“, so Grünzweil.

Manifest bei Milchfest präsentiert
Den Abschluss fand die Demo bei einem Milchfest auf dem Morzinplatz. Dort präsentierte der IG-Obmann gemeinsam mit Unterstützern wie Greenpeace, der Bank für Gemeinwohl und Fian das gemeinsam erarbeitete Milchmanifest. Weitere Unterstützer sind die Arge Weltläden, Attac, EZA Fairer Handel, Weihbischof Scharl sowie Welthaus Graz.

Die zehn Punkte des Manifests finden Sie hier.


Aktualisiert am: 01.04.2016 15:13
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