Heimisches Eiweiß für Bio-Geflügel

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Regionalität zieht. Auch in der Bio-Geflügelhaltung steht die regionale Futterherkunft hoch im Kurs. In Österreich setzt eine große Handelskette auf ausschließlich im Inland erzeugte Futtermittel, alle anderen dulden derzeit Importe. Sind Importe überhaupt ersetzbar?
Die genetischen Anlagen des Geflügels machen spezielle Eiweißfuttermittel notwendig. Foto: shutterstock.com/monticello
Die genetischen Anlagen des Geflügels machen spezielle Eiweißfuttermittel notwendig. Foto: shutterstock.com/monticello
In der Geflügelbranche dreht sich alles um das Thema Futter. Mehr als 70 % der variablen Kosten entfallen auf den Nährstoffbedarf, der in allen Produktionssparten beachtlich ist. Selbst vermeintlich extensive Bio-Wildhendl und hocheffiziente Legehennentypen haben einen hohen Bedarf. Das ist aber auch gerechtfertigt, denn kein anderes klassisches Nutztier außer Fisch und Insektenlarven verwertet Futter effizienter als Geflügel.

Rationsgestaltung als Herausforderung
Ausgeglichene Rationen zusammenzustellen ist in der Bio-Geflügelhaltung eine Herausforderung. Besonders die Verdaulichkeit des Eiweißbestandteils bzw. einzelner Aminosäuren bringt erhebliche Anforderungen an Ausgleichsbedarf mit sich. Wichtig ist es dabei, die Besonderheiten aller Komponenten zu kennen und sie zu berücksichtigen. So werden Körnerleguminosen oft überschätzt, weil deren Eiweißverdaulichkeit gering ist. Bier-Hefe weist andererseits eine sehr hohe Verdaulichkeit auf. Das Aminosäuremuster von Maiskleber wiederum passt sehr gut für die Geflügelfütterung. Da es nur wenige Komponenten mit hohem verdaulichem Methioningehalt gibt, ist das oft der begrenzende Faktor in der Fütterung.

Geflügel als Allesfresser
Das Geflügel ist eigentlich ein Allesfresser. Erst im Laufe der letzten Jahrzehnte kam die rein vegetarische Fütterung auf. Das tierische Eiweiß würde nämlich genau der relevanten Hochverdaulichkeit entsprechen und gleichzeitig die Schwächen von pflanzlichen Eiweißträgern ausgleichen. Aufgrund diverser fütterungstechnischer Auflagen kommen aktuell nur Magermilchpulver und die den tierischen Komponenten sehr ähnliche Bierhefe infrage. Besonders relevant wäre auch vor diesem Hintergrund die Zulassung der Insektenlarven als Frischlarve und als Pulver. Auch von der Entwicklung besonders für die Fütterung geeigneter Bakterien mit erhöhtem Methioningehalt verspricht man sich viel. Am Ende entscheidet die Verfügbarkeit der einzelnen Komponenten wie Maiskleber und Kartoffeleiweiß, ob leistungs- und artgerechte Rationen möglich sind oder ob die Tiere eine schlechtere Gesundheit oder Leistungseinbußen zeigen.


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Autoren: Gerald PETERSEIL, BIO AUSTRIA OÖ und Manuel BÖHM, LANDWIRT Redakteur

Aktualisiert am: 20.10.2018 12:37
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