Gute Heuqualität erzeugen

Heu in der Fütterung erlangt durch die Vermarktung von Heumilch wieder mehr an Bedeutung. Vermeidung von Abbröckelverlusten am Feld und Verhinderung des mikrobiologischen Verderbs durch Schimmelpilze am Lager sind die Grundvoraussetzung für gute Raufutterqualität und Grundfutterleistung.
Heu und Grummet sind lagerstabil, wenn der Wassergehalt im Futter unter 14 % liegt.
Heu und Grummet sind lagerstabil, wenn der Wassergehalt im Futter unter 14 % liegt.
Für Grundfutterleistungen über 5.000 kg Milch/Kuh und Jahr wäre das Stadium Ähren-/Rispenschieben (Rohfasergehalt 220 und 270 g/kg TM) der Leitgräser Goldhafer bzw. Knaulgras optimal, weil die Wiesenpflanzen hohe Konzentrationen an Rohprotein, Zucker, Mengen- und Spurenelementen sowie Vitaminen und Energie enthalten. Mutterkuhbetriebe und Betriebe, die Raufutter als Strukturlieferant für die Trockensteherfütterung brauchen, können als Erntezeitpunkt das Entwicklungsstadium Beginn bis Mitte Blüte der Leitgräser abwarten (Rohfasergehalt 270 bis 320 g/kg TM). Bei der Wahl des optimalen Nutzungszeitpunktes muss neben der Futterqualität auch Grünlandertrag, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Es ist ökonomisch und ökologisch nicht sinnvoll, den Erntetermin auf höchste Futterenergie auszurichten, wenn keine entsprechende Futtermenge auf den Heustock kommt bzw. der Pflanzenbestand in Folge überzogener Schnittnutzung verkrautet.

Heubelüftung sichert Qualität
Heu und Grummet sind lagerstabil, wenn der Wassergehalt im Futter unter 14 % liegt. Aus qualitativer Sicht sind insbesondere die ersten drei Tage nach der Einfuhr kritisch. Probleme sind am Temperaturanstieg erkennbar, daher ist eine Kontrolle mit Stocksonde empfehlenswert. Übersteigt die Temperatur im Heustock 35 °C, so ist bereits mit starken Verlusten zu rechnen! Erhitztes Heu bleicht stark aus und riecht brandig bis tabakartig. Obwohl so ein fermentiertes Heu gerne gefressen wird ist die Futterqualität minderwertig. Betriebe ohne Heubelüftung können das feuchte Erntegut bei der Einlagerung mit Koch- oder Viehsalz bestreuen, um das Wasser aus dem Futter zu binden und das Erhitzungsproblem etwas zu entschärfen. Mittels effizienter Heubelüftung bzw. Luftentfeuchtertrocknung ist es möglich die verlustreiche Erhitzung des Futterstockes, auch als Nachschwitzen bezeichnet, auf ein Minimum zu reduzieren und wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten.

Autor: Ing. Reinhard Resch, LFZ Raumberg-Gumpenstein, Referat Futterkonservierung und Futterbewertung

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 14 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:


Aktualisiert am: 20.07.2012 11:39
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