Grünland braucht Kalk

Immer wieder wird von Praktikern die Frage gestellt, wie kalkbedürftig Dauergrünland ist. Langjährige Kalkdüngungsversuche geben aufklärende Antworten zu dieser Fragestellung.
Eine regelmäßige Erhaltungskalkung stellt im Grünland die Futterqualität sowie den Ertrag sicher.
Eine regelmäßige Erhaltungskalkung stellt im Grünland die Futterqualität sowie den Ertrag sicher.
Eine Kalkung dient über die Säureabpufferung der Regulierung des pH-Wertes im Boden. Dabei stellen z.B. Leguminosen, Gerste, Weizen höhere Ansprüche an den pH-Wert als z.B. Hafer oder Dauergrünland. Eine Anhebung des pH-Wertes saurer Böden verbessert aber auch die Nährstoffverfügbarkeit (z.B. Phosphat) sowie die biologische Aktivität (Bodenleben). Die Düngerbedürftigkeit hängt auch von der Bodenschwere (Auswaschung) und dem geologischen Ausgangsmaterial ab. Saure Muttergesteine aus Gneis, Granit, Porphyr, Schiefer oder degradierte Lösse haben eine stärkere Neigung zur Versauerung als basenhältiges Ausgangsgestein. Auch die Düngung (Zufuhr von Kationen wie Ca, Mg über Wirtschafts- u. Mineraldünger) spielt eine Rolle. Eine GVE (Großviehheinheit) liefert über den Kot jährlich etwa 75 kg CaO in den Kreislauf. Eine einfache Bestimmung der Kalkbedürftigkeit erfolgt über die Bodenuntersuchung durch die Messung des pH-Wertes.

Kalkdüngungsversuch seit 4 Jahrzehnten
Den Einfluss einer langfristig unterlassenen Kalkung auf den pH-Wert und die botanische Zusammensetzung zeigt besonders augenscheinlich ein 1961 von Prof. Dr. Bachtaler angelegter Kalkdüngungsversuch in Rotthalmünster auf einer Parabraunerde aus Löß. Dabei wurde der Einsatz sauer wirkender Düngemittel (Superphosphat, Schwefelsaures Ammoniak) mit alkalisch wirkenden Düngemitteln (Thomasmehl) verglichen und auch eine Variante mit einer zusätzlichen Kalkgabe von 450 kg CaO und Jahr (entspricht 800 kg Kohlensaurem Kalk) angelegt. Hochwertige Futtergräser wie Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe, Wiesenfuchsschwanz etc. wurden im Laufe der Jahre völlig zurückgedrängt, während inzwischen minderwertige Gräser wie vor allem das Wollige Honiggras und das Ruchgras dominieren.

Autor: Dipl.-HLFL-Ing. Josef Galler, LK Salzburg

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 6 von „Der fortschrittliche Landwirt“

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Aktualisiert am: 21.05.2012 14:05
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