Grünland als Proteinquelle besser nutzen

Derzeit importiert Österreich rund 250.000 t Futterprotein. Künftig wird gerade dieses Protein knapp und daher auch deutlich teurer werden. Im Grünland sowie beim Anbau von Soja gibt es noch Proteinreserven, die genutzt werden sollten.
Entscheidend für den Proteingehalt im Futter ist auch der Leguminosenanteil im Pflanzenbestand.
Entscheidend für den Proteingehalt im Futter ist auch der Leguminosenanteil im Pflanzenbestand.
Auf den Wiesen, Weiden, Almen und Feldfutterflächen (Kleegräser, Luzernegräser) wachsen jährlich rund 1.000.000 t Rohprotein heran. Der Wiederkäuer, insbesondere bei hoher Milchleistung, benötigt mehr Protein. Dieses kann er größtenteils über die Weide, Silage und das Heu bekommen. Dieses im Kreislauf auf natürlichem Wege erzeugte Protein im Grünlandbestand ist österreichweit und weltweit die wichtigste Proteinquelle. Der Proteingehalt im Futter und auch der Proteinertrag pro Hektar kann auch im Grünland noch gesteigert werden. So kann der Landwirt den Proteingehalt in der Trockenmasse durch den Schnittzeitpunkt bzw. Erntezeitpunkt bei der Wiese steuern. Je mehr Blattanteile im Futter vorhanden sind, desto höher ist der Proteinanteil im Futter.

Leguminosen bringen Protein
Entscheidend für den Proteingehalt im Futter ist auch der Leguminosenanteil im Pflanzenbestand. 10 % Kleeanteil bedeuten einen Zuschlag um 5 g Protein/kg TM. Die Leguminosen sind in den letzten Jahren einerseits durch die Intensivierung (starke Stickstoffdüngung über Gülle) und andererseits durch die Extensivierung (Phosphormangel im Boden) in den Beständen zurückgegangen. Bei den Nachsaaten unbedingt den Kleeanteil bedenken und den Phosphormangel langsam über die Jahre verbessern.

Autor: Univ. Doz. Dr. Karl Buchgraber, LFZ Raumberg-Gumpenstein

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 10 von „Der fortschrittliche Landwirt“

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Aktualisiert am: 07.05.2012 14:44
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