Gruber Ladewagen proALP 300 T Vario im Test

Gruber hat seine Kurzschnittladewagen überarbeitet. Die neuen Modelle heißen „proALP“ und sind ab sofort zu haben. Schon letzte Saison konnten wir das zweitgrößte Modell, den proALP 300, in der Tieflader-Ausführung testen.
Der proALP-Ladewagen mit gezogener Pick-up und ungewöhnlicher Technik hat sich in unserem Praxistest gut geschlagen.
Der proALP-Ladewagen mit gezogener Pick-up und ungewöhnlicher Technik hat sich in unserem Praxistest gut geschlagen.
Gruber Maschinen unterscheiden sich in vielen Details von denen ihrer Mitbewerber. So auch beim Ladewagen: Schubstangen statt Förderschwingen und eine gezogene Pick-up. Mit dieser Strategie behauptet sich das Salzburger Familienunternehmen erfolgreich am hartumkämpften Markt. Gruber wirbt mit diesen seit über 50 Jahren bewährten Systemen. Aber ist die Technik auch heute noch am Stand der Zeit? Unser Testteam war positiv überrascht, sowohl in der Heu- als auch bei der Silageernte. Aber auch Schwächen konnten wir feststellen.
Die neue proALP-Baureihe bietet Gruber für das Bergland als Tieflader und für den Allroundeinsatz als Hochlader an. In beiden Ausführungen gibt es fünf verschiedene Größen: Tieflader 18–35 m³ und Hochlader 26–45 m³. Die neuen Wagen erstrahlen im neuen Gruber-Design und sind auffallend gut verarbeitet. Mit der proALP-Baureihe führt der Hersteller auch ein neues Firmenlogo ein, bei dem das „O“ mit dem „G“ verschmolzen ist.

Das futterschonende Schubstangen-Förderaggregat läuft ruhig. Die Wartung ist aber aufwändig.
Das futterschonende Schubstangen-Förderaggregat läuft ruhig. Die Wartung ist aber aufwändig.
Traktoranbau
Für unseren Praxistest stellte uns Gruber den zweitgrößten Tieflader proALP 300 T zur Verfügung. Er fasst 19,07 m³ nach DIN und brachte in Testausstattung rund 2,5 t auf die Waage. Das Fassungsvermögen für Heu gibt der Hersteller mit 30 m³, das maximale Gesamtgewicht mit 6 t an. Unser Testkandidat war mit der Serienbereifung 480/45-17 ausgestattet. Zum Abstellen des Wagens ist auf der Deichsel serienmäßig eine Seilzugbremse montiert.

Flexible Höhe
Der Ladewagen ist 2,99 m hoch. Mit dem klappbaren Scherengitteraufbau lässt sich bei Bedarf die Höhe verringern – ideal für niedrige Durchfahrten. Zum Hochklappen öffnet man zwei „Schnapper“ an den beiden vorderen Stützstreben, steigt über das Hecktor in den Laderaum und drückt das Scherengitter nach oben, bis die Schnapper einrasten. Das geht einfach und ohne nennenswerte Anstrengung. Zwei Zugfedern unterstützen das Hochschwenken.

Die gezogene Pick-up passt sich Bodenkonturen gut an und sticht auch bei extremen Bedingungen nicht in den Boden ein.
Die gezogene Pick-up passt sich Bodenkonturen gut an und sticht auch bei extremen Bedingungen nicht in den Boden ein.
Gezogene Pick-up
Einen gezogenen Aufsammler findet man heute systembedingt eigentlich nur mehr beim Aufbauladewagen. Trotzdem setzt Gruber auch beim Standard-Ladewagen weiterhin auf diese bewährte Technik.
Unser Testgerät war mit der optional erhältlichen 1,80 m breiten Pick-up mit Tandem-Tasträdern ausgestattet. Vier Metallräder tasten die Bodenoberfläche ab und lassen die 5-reihige Pick-up-Trommel mittels Pendelgelenk den Bodenkonturen folgen.
Die gezogene Pick-up sitzt deutlich weiter hinten als die geschobene Ausführung. Das hat Vor- und Nachteile: Die Futteraufnahme ist für den Fahrer schlechter einsehbar. Dafür bleibt in engen Kurven nichts liegen. Die Bodenanpassung ist besser.

Schubstangen statt Schwingen
Auch beim Fördersystem setzt Gruber auf altbewährte Technik: Von Kurbelwellen gesteuerte Doppelzinken übernehmen das Futter vom Aufsammler und „gabeln“ es schonend etwa einen halben Meter über dem Kratzboden in den Laderaum.
Das Aggregat läuft sehr ruhig, benötigt allerdings etwas mehr Wartung. In der Betriebsanleitung wird empfohlen, den Ladewagen alle vier Betriebsstunden bzw. nach etwa 30–50 Fuhren abzuschmieren. Angetrieben wird das Ladeaggregat, genauso wie die Pick-up, mit einer automatisch gespannten Kette. In unserem Fall hatte der Hauptantrieb auch eine automatische Kettenschmierung. Der komplette Antriebstrang ist mit einer Rutschkupplung in der Gelenkwelle abgesichert.

Für verschiedene Einsätze lassen sich die 21 Messer in vier Gruppen schalten.
Für verschiedene Einsätze lassen sich die 21 Messer in vier Gruppen schalten.
Vielseitiges Schneidwerk
Das Schneidwerk bietet viele Möglichkeiten. Es gibt diesen Ladewagen mit einem 11 Messer-Schneidwerk oder mit einem 21 Vario Messer-Schneidwerk. Alle Messer sind einzeln mit einer Druckfeder gegen Fremdkörper gesichert. Bei Überlastung schwenkt das Messer etwas zurück und nimmt danach wieder automatisch seine ursprüngliche Position ein.
Unser Testkandidat war mit dem Vario-Schneidwerk ausgestattet. Die 21 Messer sind in vier Gruppen mit einem Hebel von außen schaltbar: In der Stellung 1 sind alle Messer ausgeschwenkt. Zum täglichen Grünfutter holen oder für langes Heu ist die Stellung 2 vorgesehen: Hier schneiden all jene Messer (z.B. vier Stück), deren Fremdkörperabstützung auf der Schaltwelle am hinteren Schraubenloch befestigt ist. Wie viele Messer es tatsächlich sind, kann frei gewählt werden, daher auch der Name „Vario“. In Stellung 3 sind alle 21 Messer eingeschwenkt. Damit wird beim Silieren eine theoretische Schnittlänge von sieben Zentimetern erreicht. In der vierten Stellung sind alle Messer im Eingriff, die in Stellung 2 ausgeschwenkt wurden.

Verschiedene Bedienoptionen
Gruber bietet verschiedene Bediensysteme für seine neuen Ladewagen: Die hydraulische Rückwand und der hydraulische Kratzboden sind bei allen proALP-Modellen serienmäßig. Stehen traktorseitig genügend Steuergeräte zur Verfügung, können alle Funktionen direkt angeschlossen werden. Sie lassen sich dann bei geschlossenem Heckfenster aus der Kabine bedienen. Wir haben mit nur einem Hydrauliksteuergerät und der auf Wunsch erhältlichen elektrischen Vorwahlschaltung gearbeitet. Auf einer kleinen Bedienbox lassen sich alle Funktionen mit einem Joystick ansteuern. Mit der ebenso auf Wunsch erhältlichen elektrohydraulischen Loadsensing-fähigen Komfortschaltung lässt sich jede Funktion per Kippschalter bedienen. Zusätzlich lässt sich bei dieser Bedienvariante die Kratzbodengeschwindigkeit stufenlos regeln.

Was dieser Ladewagen kostet, weitere Details zur Technik sowie alle Testergebnisse dieses Praxistests erfahren Sie in der LANDWIRT Ausgabe 23/2017 (Erscheinungstermin 1. Dezember 2017).

Bestellen Sie kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 23/2017, solange der Vorrat reicht.

Zur Homepage von Otto Gruber Landmaschinen

Aktualisiert am: 02.12.2017 09:54

Bildbericht Gruber proALP

Gruber proALP 300 T Vario im Praxistest

Gruber Maschinen unterscheiden sich in vielen Details von denen ihrer Mitbewerber. Das trifft auch für den proALP Ladewagen zu. Klicken Sie durch den Bildbericht!

Gebrauchte Gruber Ladewagen