Getreideerträge – jetzt die Basis legen

Die Ernte ist vorbei, jetzt gilt es die Startbedingungen für 2006 optimal zu gestalten. Bodenbearbeitung und Düngung sind dabei die wesentlichen Erfolgskomponenten.
Heuer ist es besonders wichtig, das Stroh gut einzuarbeiten.
Heuer ist es besonders wichtig, das Stroh gut einzuarbeiten.
Was ist in diesem Jahr anders? Wenn sich das Wetter nicht gravierend ändert, müssen wir uns in diesem Herbst einstellen

- auf Nässe, da die Böden bereits jetzt mehr Feuchtigkeit haben,

- auf langsames Wachstum, da die Bodentemperaturen heuer um bereits 2-3 °C niedriger liegen als im Vorjahr,

- auf nicht optimale Bodenstruktur, wenn im vergangenen Herbst anfangs noch nass bestellt wurde und der Frost kaum in den Boden eingedrungen war. Das gilt vor allem für die Wintergerste.

Wenn die Böden zwar nass sind, aber die Bodenstruktur noch intakt geblieben ist, ist eine intensive tiefe Lockerung nicht notwendig. Im Gegenteil, durch zu tiefes Arbeiten werden Schmierschichten im unteren Krumenbereich geschaffen, durch die die Wurzel nicht durchwachsen, aber auch kein Wasser aufsteigen kann.

Um zu beurteilen, ob die Bodenstruktur noch intakt ist, heben Sie den Boden mit dem Spaten 20-25 cm aus und lassen ihn 3-4 Stunden in der Sonne liegen. Zeigt sich, dass er schnell ab- und gut durchtrocknet, bleibt die Krümelfähigkeit erhalten, auch wenn der Boden in feuchtem Zustand bearbeitet werden muss.

Trocknet der ausgehobene Boden nicht oder nur etwas an der Oberfläche ab und lassen sich auch nach 4-5 Stunden Knödel und Würste formen, die nicht zerfallen, wird es schwierig werden, genug Feinerde zu bekommen. Dann müssen die Arbeitsgänge exakt aufeinander abgestimmt werden.

  1. Mitteltiefes Grubbern oder Scheiben, um die Ernterückstände einzumischen,
  2. Maximal auf 20-25 cm Pflügen oder mit (Zähneknirschen) tief Lockern,
  3. Nicht zu früh nachbearbeiten, weil dann noch feuchter Boden schlecht krümelt und sich nicht zerkleinern lässt, aber auch nicht zu spät, weil die feuchten Kluten an der Oberfläche so antrocknen und zusammenbacken, dass sie nicht mehr krümeln. Später werden sie schlecht durchwurzelt und die Gerste wird im 4-5-Blatt-Stadium gelb.


Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, NU-Agrar, Flensburg


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Aktualisiert am: 23.08.2005 16:56

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