Gesunde Euter durch richtiges Melken

Neben dem Einfluss der Fütterung und der Haltungsbedingungen haben vor allem Fehler beim Melken oft schwerwiegende Auswirkungen auf die Eutergesundheit. Doch was macht die Euter krank?
Prüfen Sie regelmäßig den Zustand der Zitzengummis und passen Sie die Kopflochgröße an die Zitzen der Herde an.
Prüfen Sie regelmäßig den Zustand der Zitzengummis und passen Sie die Kopflochgröße an die Zitzen der Herde an.
Wenn der Milchzellgehalt ansteigt sind viele Landwirte erst einmal ratlos, denn mögliche Ursachen gibt es viele. In der Regel handelt es sich um viele kleinere Mängel, die sich in der Summe negativ auf die Eutergesundheit auswirken. Durch jede weitere euterkranke Kuh wird der Infektionsdruck auf die gesunden Kühe dann höher, was wiederum einen Zellzahlanstieg zur Folge hat. Das geschieht oft so zeitverzögert, dass ein Zusammenhang zu Änderungen beim Melken oft nicht mehr erkennbar ist. Es ist notwendig, die Melktechnik an die Bedürfnisse der Kühe anzupassen und nicht darauf zu spekulieren, dass die Kühe auch aggressives Melken aushalten werden.

Regelventil reinigen
Kontrollieren Sie das Melkvakuum regelmäßig, denn
verschmutze Regelventile können die Ursache für unbemerkt ansteigendes Melkvakuum sein. Versuchen Sie mit möglichst niedrigem Melkvakuum, d.h. bei tief verlegter Leitung zwischen 38-40 kPa zu melken.
Oft beginnen die Haftprobleme schon nach dem Ansetzen der Melkzeuge. Weil zu kurz oder nicht stimuliert wird, ist die Euterzisterne leer, bevor aus dem Drüsenbereich Milch freigesetzt wird. An schlaffen und nicht stimulierten Zitzen haben Melkbecher jedoch keinen Halt und ziehen Luft oder klettern nach oben. Das gleiche passiert an feuchten oder wegen Dippmittelrückstände noch schmierigen Zitzen. Auch zu unflexible oder unterschiedliche lange kurze Milchschläuche verursachen Haftproblemen. Besonders hohe oder tiefe Viertel werden mit unflexiblen Melkeinheiten schlechter ausgemolken.

Die häufigsten Fehler beim Melken sind:
- Ein zu frühes Ansetzen der Melkzeuge oft noch an nasse Zitzen,
- Eine ungleichmäßige Melkbecherbelastung und
- Eine ungünstige Schlauchführung.
- Zu eng stehen die Kühe
- Das Vakuum ist häufig unnötig hoch
- Die Melkbecher sind vor allem für Fleckvieh oft zu leicht.
Richtige Melkprobleme bekommen die Betriebe erst dann, wenn viele der genannten Fehler zusammen kommen oder noch zusätzliche Mängel wie eine schlechtes Leitungsgefälle, eine zu kleine und mit zu vielen 90° Bögen verlegte Luftleitung oder auch eine unzureichende Reinigung der Zitzengummis hinzukommen.

Fazit
Wer Melkprobleme erkennen will, muss den Melkvorgang sehr genau beobachten. Die Zitzenkondition, der Ausmelkgrad und die Lockerheit der Euter sagen viel über die Qualität des Melkens. Durch den Einsatz passender Zitzengummis, schwererer Melkbecher für Fleckvieh, weicherer kurzer Milchschläuche und einer optimierten Schlauchführung lässt sich das Melken oft schon erheblich verbessern.

Autorin: DI Katrin LINCKE, Türkheim (D)


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Aktualisiert am: 04.02.2010 14:51
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