Gegen PIA impfen?

PIA oder auch „neudeutsch“ ILEITIS – nicht nur eine Modeerscheinung sondern meist eine „unentdeckte Bedrohung“.
Ileitis tritt in den unterschiedlichsten Ausprägungen auf und ist als Durchfallerkrankung nicht leicht zu diagnostizieren.
Ileitis tritt in den unterschiedlichsten Ausprägungen auf und ist als Durchfallerkrankung nicht leicht zu diagnostizieren.
PIA steht für Porcine Intestinale Adenomatose, was allerdings nur einen Teil des Erkrankungsbildes dieser Durchfallinfektion widerspiegelt. Wir sollten uns richtigerweise für den Begriff ILEITIS entscheiden, der den Komplex besser und umfassender umschreibt.

Der Erreger, Lawsonia Intrazellularis, ist ein gramnegatives Bakterium, das sich in den Zellen der Darmwand vermehrt. Diese befallenen Zellen teilen sich weiter und tragen auf diese Weise zur Verbreitung der Infektion im Darm bei.

Die Erkrankung tritt in verschiedenen klinischen Formen auf, die je nach Ausprägungsform unterschiedlich bezeichnet werden. Eine durch starken Blutaustritt gekennzeichnete akute Form nennt man die Porcine Hämorrhagische Enteropathie (PHE). Die chronische Form wird als PIA (Porcine Intestinale Adenomatose) gekennzeichnet.

PIA, oder eben besser „die Ileitis“ ist mittlerweile in den deutschen Schweinebetrieben wohl zu über 80 % vorhanden und betrifft auch gerade Schweinehaltungen mit einem hohen Hygienestandard. In Dänemark bezeichnet man die Ileitis als Problemkeim Nr. 1 und es soll nahezu kein dänisches Schwein geben, welches nicht die Erreger trägt. Auch in Österreich spielt Ileitis eine größere Rolle als man allgemein annimmt, denn die klinischen Erscheinungen bleiben mehr oder weniger aus oder werden anderen Erkrankungen zugeordnet.

Für den Schweinehalter ist es wichtig, alle Erscheinungen dieser sehr weit verbreiteten Erkrankung zu kennen, um in seinem Betrieb für eine Ileitis sensibilisiert zu sein. Zusammen mit dem betreuenden Hoftierarzt müssen umfassende Maßnahmen zur Vorbeugung und zur Kontrolle entwickelt und auch entsprechend durchgeführt werden. Serologische Bluttests erlauben heutzutage eine weitgehend sichere Diagnose, die eine zielgerichtete und effektive Reaktion in Form einer Behandlung und/oder einer oralen Impfung nach sich ziehen kann. Viele Schweinebestände leiden an der chronischen Form der Ileitis. Die subklinischen Symptome bleiben sehr oft unentdeckt. Allein die Verdickungen der Darmwand bedingen eine schlechtere Futterverwertung, was zu Gewichtsreduktion und vermindertem Wachstum führt. Die Lawsonien zu eliminieren wird nicht möglich sein und ist auch nicht das Ziel der Bekämpfungsstrategien. Mittels Impfung können die klinischen Erscheinungen reduziert werden, was auf jeden Fall eine Leistungsverbesserung zur Folge hat.

Autor: Dr. Ernst-Günther HELLWIG, Tierärztlicher Beratungsdienst


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Aktualisiert am: 23.08.2005 17:04
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