Fusariumtoxine durch zeitgerechte Ernte und Reinigung vermeiden

Die Verordnung (EG) Nr. 856/2005 legt ab 1. Juli 2006 Grenzwerte fest, für die Intervention haben sie heuer schon eine Bedeutung.

Infektion durch Fusarium subglutinans ausgelöst durch eine Maiszünsler-, Hagel- oder andere mechanische Schädigung.
Infektion durch Fusarium subglutinans ausgelöst durch eine Maiszünsler-, Hagel- oder andere mechanische Schädigung.
Neben einer gesunden Maissorte ist auch eine zeitgerechte Ernte von entscheidender Bedeutung. Sowohl Versuche der Landeskammer Steiermark als auch Ergebnisse der AGES in Linz haben ergeben, dass eine Ernte ab Mitte Oktober das Risiko einer erhöhten Infektion überproportional steigert.

Sollte sich eine späte Ernte nicht vermeiden lassen, dann sollte die Ernte völlig ohne Spindelanteile erfolgen. Verdeutlicht wird diese Tatsache durch eine Untersuchung der AGES in Linz, bei der der Vomitoxingehalt in der Maisspindel im Vergleich zum Maiskorn um mehr als das 4-fache höher liegt. Zusätzlich kann eine Reinigung, welche Kleie, Staub, Bruchkorn und Schmachkorn beseitigt, die Konzentration an Toxinen ebenfalls erheblich senken. Betrachtet man nämlich den Infektionsweg des Fusariums, so werden zum überwiegenden Teil die Körner an der Spitze des Maiskolbens infiziert. Dabei bleiben diese Körner kleiner und können bei einer richtigen Siebeinstellung beim Mähdrusch beseitigt werden.

Bei den vorjährigen Untersuchungen von ungereinigtem und gereinigtem Erntegut konnte die Vomitoxinkonzentration um 500 ppb oder 0,5 µg durch die Reinigung gesenkt werden. Diese Art der Reinigung kann allerdings nicht von CCM-Produzenten realisiert werden, sondern nur von jenen, die ihr Erntegut trocknen. Obwohl Mais zur Trocknung später geerntet wird und dadurch der Gefahr einer höheren Infektion ausgesetzt ist, wird dieses Risiko durch die Reinigung mehr als kompensiert.

Autor: Dr. Karl MAYER, LK Steiermark


Autor:
Aktualisiert am: 10.10.2005 14:55
Landwirt.com Händler Landwirt.com User