Fliegen mit System bekämpfen

Stallfliegen sind enorm fruchtbar und vermehren sich rasend schnell. Da sie Wohlbefinden und Leistung der Tiere beeinträchtigen, müssen sie rechtzeitig und systematisch bekämpft werden.
Stallfliegen sind enorm fruchtbar und vermehren sich rasend schnell.
Stallfliegen sind enorm fruchtbar und vermehren sich rasend schnell.
Mit steigenden Temperaturen in den Sommermonaten, steigt meist auch die Zahl der Fliegen im Stall und auf der Weide. Viele Betriebe bekommen die Fliegenplage trotz großem Aufwand kaum in den Griff. Weil Fliegen in Mist, Gülle und anderen nahrungsreichen organischen Abfällen brüten, finden sie in der Tierhaltung generell und ganz besonders in Systemen mit Einstreu sehr viele Stellen, die ihnen Nahrung und günstige Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Dies erklärt auch die oft explosionsartige Entwicklung der Fliegenpopulation im Frühsommer. Meist geschieht die Entwicklung der Fliegenlarven im Verborgenen, z. B. im Flüssigmist unter den Spaltenböden, in Güllegruben oder der Tiefstreu. Wo es viele Fliegen gibt, sind noch viel mehr Maden (Larven) vorhanden. Aus diesen Maden entwickeln sich ständig neue Fliegen. Bei ihrer Entwicklung durchläuft die Fliege verschiedene Stadien. Aus dem Ei wird eine Made (Larve), hieraus entsteht die Puppe. Aus der Puppe schlüpft die neue Fliege, die sofort geschlechtsreif ist. Man kann die Fliegen nur an zwei Stellen im Entwicklungskreislauf bekämpfen: als Fliege oder als Made.

Fliegenmittel gezielt einsetzen
Obwohl im Zentrum der Fliegenbekämpfung Madenmittel stehen sollten, kann es vorkommen, dass bereits viele Fliegen vorhanden sind und schnell etwas getan werden muss. Hier sind Spritz- oder Streichmittel gefragt, die schnell auf die erwachsenen Fliegen wirken. Aber auch hier gilt: möglichst keine Rundumschläge, sondern gezielt bekämpfen. Werden Spritzmittel im Stallraum breitflächig versprüht oder vernebelt, wirken sie auch auf andere Lebewesen, die sich im Stall aufhalten, also auch auf Menschen, Tiere und Nützlinge. Die Bekämpfung von ausgewachsenen Fliegen wird sehr gut durch Produkte gewährleistet, die als Fraß- und nicht als Kontaktgift wirken. Mit Zucker vermischt ziehen sie die Fliegen an und werden von diesen gefressen. Der Einsatz von Fraßgiften zögert zudem die Ausbildung von Resistenzen hinaus. Dies ist sehr wichtig, da sich Fliegen mit ihren unzähligen Generationen pro Jahr sehr schnell anpassen können.

Autoren: Stefan Buri, Zollikofen (CH) und DI Stephanie Großpötzl, Bruck-Waasen

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 12 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:


Aktualisiert am: 05.06.2012 11:29
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