Erhöhte Milchanlieferung wird zu Quotenüberschreitung führen

Die österreichischen Milchbauern sind mit ihren Anlieferungen heuer - auch aufgrund der wieder steigenden Erzeugerpreise - aufs Gas gestiegen. Die erfolgte Quotenaufstockung hat zwar einen Spielraum nach oben eröffnet, der dürfte aber bereits mehr als ausgeschöpft worden sein.
Auch heuer steht den österreichischen Bauern wieder eine Zusatzabgabe ins Haus.
Auch heuer steht den österreichischen Bauern wieder eine Zusatzabgabe ins Haus.
Wie aus dem veröffentlichten "Milchbarometer" der Agrarmarkt Austria (AMA) hervorgeht, befinden sich die Landwirte wieder auf Überlieferungskurs.

Quote bereits um 0,5% überschritten
Konkret steht in Österreich im aktuellen Milchquotenjahr, das von Anfang April 2010 bis Ende März 2011 dauert, inklusive der jährlichen Aufstockung von 1% (laut EU-Beschluss vom November 2008) eine Anlieferungsmenge von 2,814.410 t zur Verfügung. Im Zeitraum April bis Oktober 2010 lieferten die Milchbauern 1,645.192 t Milch an die Molkereien und Käsereien. Unter Berücksichtigung der sogenannten Fettkorrektur erhöhte sich die Menge um weitere 11.566 t auf 1,656.758 t. Damit wurde die anteilige Quote (A-Quote) bereits um 8.218 t oder 0,5% überschritten.

Immer wieder Zusatzabgabe in den letzten Jahren
Da für Überlieferungen eine Zusatzabgabe zu leisten ist, die mit 27,83 Cent je kg festgelegt wurde, wäre aufgrund dieser saldierten Überlieferung bereits eine Summe von 2,29 Mio. Euro zu entrichten. Wenn der bisherige Liefertrend anhält, ist also trotz der Quotenanhebung mit einer Strafzahlung zu rechnen. Außer dem Milchjahr 2009/10, wo es insgesamt zu einer Unterlieferung kam, hatten die heimischen Milchbauern in den vergangenen Jahren immer eine Zusatzabgabe zu zahlen. (AIZ)

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Aktualisiert am: 21.11.2010 18:18
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