Energieholz: Ernte von Kurzumtriebsflächen

Für welche Umtriebszeit Sie sich entscheiden hängt davon ab, ob Sie das Hackgut in der Kleinanlage oder im großen Heizwerk verheizen. Danach richtet sich auch welches Ernteverfahren ihrer Energieholzfläche das effizienteste und kostengünstigste ist.
Energieholz bis zu 13 cm Stockdurchmesser sind für den Feldhäcksler mühelos zu häckseln.
Energieholz bis zu 13 cm Stockdurchmesser sind für den Feldhäcksler mühelos zu häckseln.
Bereits bevor Sie eine Kurzumtriebsfläche anlegen, gilt es zu entscheiden, wie Sie diese später nutzen wollen. Entsprechend regionaler Marktverhältnisse kann die Produktion in Richtung Hackgut, Rundholz oder eine Kombination aus beiden gehen. Wofür sich Energieholzanlagenbesitzer entscheiden, beeinflusst maßgeblich den gewünschten Stammdurchmesser bei der Ernte und damit die erforderliche Umtriebszeit sowie die zweckmäßigen Pflanzabstände. Der Stammdurchmesser wiederum hat entscheidenden Einfluss auf die mögliche Erntetechnik und die Erntekosten. Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Ernteverfahren vor.

Mindestens 20 cm Stammdurchmesser müssen Energieholzflächen im Schnitt haben, damit die motormanuelle Ernte eine leistungsstarke Variante ist.
Mindestens 20 cm Stammdurchmesser müssen Energieholzflächen im Schnitt haben, damit die motormanuelle Ernte eine leistungsstarke Variante ist.
Feldhäcksler mit Spezialvorsätzen

Für die vollmechanisierte Ernte stehen Feldhäcksler mit Spezialvorsätzen zur Verfügung. Je nach Vorsatz können Stämme mit einem Durchmesser von maximal 7 bis 13 cm problemlos geerntet werden. Der Arbeitszeitbedarf pro Tonne geernteter Trockenmasse und damit die Erntekosten hängen zum einen wesentlich von der Schlaggröße und andererseits vom Ertrag und der möglichen Fahrgeschwindigkeit des Feldhäckslers ab. Mit zunehmender Schlaglänge und Schlaggröße nimmt der Anteil der Wendezeiten ab, wodurch die Flächenleistung steigt. Sie liegt in ungünstigen Fällen bei 0,7 ha/h und in günstigen Fällen bei 1,4 ha/h.

Alternativen zum FeldhäckslerAls Alternative zum Feldhäcksler wurde ein Gehölzmähhäcksler für den Traktoranbau auf Basis eines Trommelhackers entwickelt. Laut Hersteller sollte der Traktor über mindestens 250 kW Nennleistung verfügen. Je nach Ausstattung wiegt die Anbaumaschine 3–3,5 t. In Österreich war der neue Gehölzmähhäcksler noch nicht im Einsatz. Aussagen hinsichtlich der Schlagkraft und der erzeugten Hackgutqualität können daher noch nicht getätigt werden.Am Beginn der Markteinführung stehen zurzeit Erntesysteme für den 2- bis 4-jährigen Umtrieb, die Bäume fällen und auf einem Wagen ablegen. Vom Wagen werden die Bäume am Feldrand aufgeschlichtet. Das Hacken der Bäume erfolgt nach der Abtrocknung im Herbst mittels eines Großhackers.

Motormanuelle Ernte mit der Motorsäge

Bei der motormanuellen Ernte mit der Motorsäge führt eine Arbeitskraft den Fällschnitt mit der Motorsäge durch. Die zweite Arbeitskraft bestimmt die Fallrichtung der Bäume mittels Fällgabel. Da Stammdurchmesser und Masse der Bäume zusammenhängen, reduziert sich bei der motormanuellen Ernte mit zunehmendem Stammdurchmesser der Arbeitszeitbedarf pro Tonne gefälltem Holz. Bei einem mittleren Stockdurchmesser des Bestandes von 4 cm beträgt die Arbeitszeit für das Fällen mit der Motorsäge knapp 1,4 Akh/t TM. Bei einem mittleren Stockdurchmesser von 15 cm sinkt die Arbeitszeit für das motormanuelle Fällen auf 0,4 Akh/t TM. Dieses Verfahren sollte daher nur bei einem mittleren Stockdurchmesser von über 20 cm zum Einsatz kommen.

Fäller-Bündler-Aggregate auf einem Bagger montiert, wie das am Bild, zwicken bis zu 35 cm starke Stämme.
Fäller-Bündler-Aggregate auf einem Bagger montiert, wie das am Bild, zwicken bis zu 35 cm starke Stämme.
Ernte mit Fäller-Bündler

Fäller-Bündler-Aggregate übernehmen das Fällen und Bündeln von Schwachholz – wie es Energieholz ist – in einem Arbeitsgang. Die Sammelfunktion ermöglicht es mehrere Stämme hintereinander zu fällen. Dazu fixiert das Aggregat die Stämme mit einem zusätzlichem „Sammelarm“, während weitere Bäume gefällt werden.Neben der Übung der Bedienperson am Bagger beeinflusst der Volumenstrom der Baggerhydraulik die Fällleistung wesentlich. Pro Hektar benötigt der Fäller-Bündler 3,5–4,0 h. Auch bei diesem Verfahren nehmen der Arbeitszeitbedarf und damit die Kosten pro Tonne geernteter Trockenmasse mit größeren Stammdurchmessern ab. Es müssen daher bei der ersten Ernte mittlere Stockdurchmesser von über 20 cm angestrebt werden.

Mehr über die Ernteverfahren bei Kurzumtriebsflächen lesen Sie in Ausgabe 10/2013 der Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt!.

Autoren: DI Franz Handler, Dipl.-HLFL-Ing. Emil Blumauer und Daniela Pezzolla, BLT Wieselburg


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Aktualisiert am: 13.05.2013 07:34
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