Eine Krankheit macht Karriere: Die Sprenkelkrankheit der Gerste

Kaum eine Getreidekrankheit hat während des letzten Jahrzehnts für so viel Aufsehen gesorgt wie die Sprenkelkrankheit der Gerste. Über die Ursachen dieser Krankheit wird noch heftig diskutiert.
Charakteristische Symptome der Sprenkelkrankheit mit länglichen und zahlreichen punktförmigen braunschwarzen Blattflecken.
Charakteristische Symptome der Sprenkelkrankheit mit länglichen und zahlreichen punktförmigen braunschwarzen Blattflecken.
Das vorzeitige Absterben der Blätter und Grannen und der damit verbundene Verlust an Assimilationsleistung führt zu einer Reduktion von Tausendkorn- und Hektolitergewicht und in der Folge zu mitunter erheblichen Ertragseinbußen. Wegen der großen Bedeutung, die die Sprenkelkrankheit im westlichen Europa erlangt hat, werden von den namhaften Firmen mittlerweile Fungizide mit guter Wirkung angeboten.

Ideale Überwinterungsbedingungen findet der Pilz vor allem auf den älteren, absterbenden Blättern, auf denen er nach der Schneeschmelze reichlich sporulierend angetroffen werden kann. Diese Sporen sind für eine Frühinfektion der Gerste verantwortlich und in weiterer Folge auch für das eigentliche Krankheitsgeschehen nach dem Ährenschieben. Da diese Blätter vor allem bei sehr früh angebauten Gersten anzutreffen sind, kaum jedoch bei spät angebauten Gersten, kann durch einen späten Anbau der Gerste ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Krankheit geleistet werden.

Sporenuntersuchungen haben ferner gezeigt, dass Felder in etwas isolierter Lage deutlich weniger Sporen über die Luft abbekommen als die Felder in Gebieten mit hoher Wintergerstendichte. Der Befall erfolgt in solchen Fällen deutlich verzögert mit geringeren Auswirkungen auf den Ertrag.

Eine weitere Möglichkeit besteht schließlich im Einsatz resistenter Sorten. Unter den mehrzeiligen Sorten (Goldina, Carola, Holli, Georgia, Majestic, Lorena, Lupida) sind die resistentesten Formen zu finden, während sich zweizeilige Gersten, wie Astrid, Reni, Virgo, Jasmin Opal und Gudrun als besonders anfällig erwiesen.

Autor: Dr. Herbert HUSS, Versuchsstation Lambach – Stadl-Paura, HBLFA Raumberg – Gumpenstein


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Aktualisiert am: 28.07.2006 09:58

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