Ein Entzündungshemmer hilft heilen

Puerperalstörungen der Sauen (MMA-Komplex) werden mit Antibiotika behandelt. Die zusätzliche Gabe eines Entzündungshemmers führt zu einer schnelleren Heilung und senkt die Ferkelverluste. Lesen Sie folgend die Ergebnisse einer Praxisuntersuchung.



Sau mit MMA (Ausfluss)
Sau mit MMA (Ausfluss)
Die Puerperalerkrankungen der Sauen nach der Geburt (oft als MMA bezeichnet) haben eine große ökonomische Bedeutung in der Ferkelerzeugung. Bei MMA-kranken Sauen treten 4 bis 5 Prozent höhere Ferkelverluste auf, und die Absetzgewichte ihrer Ferkel sind um 0,25 kg verringert. Darüber hinaus beeinträchtigt die Erkrankung auch die Leistungen der betroffenen Sauen bis zur nächsten Abferkelung. Sauen mit MMA haben eine höhere Umrauscherrate sowie mehr Verferkelungen und Verendungen (alle Effekte statistisch gesichert) als gesunde Vergleichstiere. Die Wurfgröße im Folgewurf ist zumindest bei den Sauen mit einer Gebärmutterentzündung niedriger als bei Sauen ohne Puerperalstörungen. Eine schnelle Erkennung und Behandlung kranker Sauen ist sehr wichtig, um diese Langzeit-Auswirkungen zu reduzieren. Neben einem wirksamen Antibiotikum (ggf. Resistenztest anfertigen lassen!) sollten entzündungshemmende Arzneimittel eingesetzt werden. Nach der Antibiotika-Behandlung werden nämlich durch das Absterben von Bakterien Endotoxine freigesetzt, die den Krankheitsverlauf verschlimmern können. Ein entzündungshemmender Wirkstoff ist Meloxicam.

Zusammenfassend ist einzuschätzen, dass die Anwendung eines Entzündungshemmers (Meloxicam) zusätzlich zur notwendigen Antibiotika-Behandlung zu einer schnelleren Heilung der kranken Sauen führt. Bei einem insgesamt nicht zu hohen Verlustgeschehen senkte der Entzündungshemmer in Verbindung mit dem besseren Gesundheitsstatus der Sauen die Ferkelverluste um etwa 3 Prozent. Drei Prozent weniger Ferkelverluste entspricht etwa 40 EUR höhere Erlöse pro Sau und Jahr. Gleichzeitig erzielten die Ferkel von Sauen mit Meloxicam-Behandlung ein um 0,4 kg höheres Absetzgewicht als die Kontrollferkel. Die zusätzliche Gabe eines Entzündungshemmers zum Antibiotikum kann somit zur Verlustsenkung und zur Leistungsverbesserung beitragen.

Autor: Dr. Steffen Hoy, Universität Gießen


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Aktualisiert am: 31.05.2005 14:01
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